WM-Aus für Deutschland

Riesen-Aufregung um zweites Japan-Tor: Ball vorher im Aus?

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Björn Goldmann
Der Katar-Report: Deutschland ist raus

Der Katar-Report: Deutschland ist raus

FUNKE-Reporter Sebastian Weßling berichtet über die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem letzten Spiel bei der Fußball-WM in Katar.

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Deutsches WM-Aus wegen eines Skandal-Tors? Der Ball war vorher wohl im Aus, trotzdem zählte Japans Treffer gegen Spanien.

Doha. Das deutsche WM-Aus ist besiegelt. Auch dank des zweiten Treffers der Japaner, die im Parallelspiel 2:1 (0:1)gegen Spanien gewannen und so als Gruppenerster ins Achtelfinale einzogen. Das zweite Tor für Japan war allerdings ein sehr umstrittenes: Der Ball war bei der entscheidenden Flanke höchstens noch mit einem Millimeter oder weniger auf der Linie. Eine gefühlte Ewigkeit wurde der nachfolgende Treffer von Ao Tanaka in der 54. Minute geprüft - und dann für gültig erklärt.

Was war geschehen? Kaoru Mitoma bekam den Ball auf der linken Seite neben dem Tor und spielte ihn direkt mit dem linken Fuß weiter nach innen auf den in der Mitte heranrauschenden Fortuna-Düsseldorf-Profi Tanaka. Der drosch ihn dann humorlos aus kurzer Distanz ins Tor. Aber vor besagter Flanke war der Ball womöglich mit vollem Umfang um Tor-Aus! Zumindest ließen das viele Fotos vermuten. Schon während der Übertragung auf Magenta TV war die Szene eine heiß diskutierte: Magenta-TV-Co-Kommentator Shkodran Mustafi hatte sofort gefordert, den Chip im Ball auf die Torauslinie auszudehnen. "Dann wäre ein Tor wie das von Japan womöglich nicht anerkannt worden." In der ARD hatte das Team um Jessy Wellmer nach dem deutschen Aus ebenfalls auf die umstrittene Szene geblickt. Allerdings ließen die vorliegenden TV-Bilder keine hundertprozentige Entscheidung zu.

"Als Deutschland wäre ich sauer"

Diskutiert wurde das Tor auch schon während des Spiels in den Sozialen Netzwerken. "Wenn ich Deutschland wäre, wäre ich mächtig sauer", schrieb ein User auf Twitter und fügte eine TV-Nahaufnahme der umstrittenen Szene an. "Wie war das, der Ball ist nicht aus?", schrieb ein anderer fragend und stellte dann ironisch fest: "Coole neue Regeländerung!" Weitere Kommentare lasen sich wie folgt: "Der Ball war im Aus und das Tor von Japan hat trotzdem gezählt. Bruder VAR ist wirklich brutal nutzlos."

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Im Laufe des Abends, als das deutsche Aus besiegelt war, wurde der Ton in den Sozialen Netzwerken rauer. "Ich habe echt keinen Bock mehr Fußball. Wäre es unentschieden ausgegangen, wäre Deutschland weiter gewesen. Der Ball war 1000 Millionen Prozent im Aus und das Tor zählt trotzdem!" Und weiter: "Das ist der Pass, der zum 2:1 für Japan gegen Spanien führt und damit zum WM-Aus von Deutschland. Ich als VAR würde sagen: Der Ball ist im Aus. Das Tor damit irregulär."

Japan-Tor eine Millimeter-Entscheidung

Den Japanern selbst war das ziemlich egal. „Jeder sagt, das ist ein Wunder, aber das ist kein Wunder“, sagte Torschütze Tanaka: „Wir haben das verdient. In der zweiten Halbzeit haben wir aggressiver gespielt und so gewonnen.“ Im Laufe des Abends tauchten dann Videos auf, die belegten, dass der Ball offenbar wirklich nicht im vollen Umfang im Tor-Aus war. Es war eine Millimeter-Entscheidung. Diskutiert wurde trotzdem weiter. Auch die britische Daily Mail schrieb: „Die deutschen Herzen brechen, als sie aus der WM fliegen, nachdem Japans Tor gegen Spanien gegeben wurde - der Ball blieb minimal im Spiel.“

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