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Volker Wissing: Deshalb ist der FDP-Politiker jetzt wichtig

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Julia Emmrich
FDP: Der Generalsekretär Volker Wissing

FDP: Der Generalsekretär Volker Wissing

Christian Lindner ist das Gesicht der FDP. Allerdings spielt der Generalsekretär Volker Wissing ebenfalls eine wichtige Rolle in der Partei.

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Der FDP-Generalsekretär hat bereits erfolgreich eine Ampelkoalition geschmiedet und ist eine Schlüsselfigur in den nächsten Wochen.

Berlin. Volker Wissing ist der Mann ganz links. Auf dem inzwischen berühmten Selfie vom ersten Vierertreffen von Grünen und Liberalen ist der 51-jährige FDP-Generalsekretär derjenige, der das Smartphone nach oben reckt, um sich mit Christian Lindner und dem grünen Spitzenduo Annalena Baerbock und Robert Habeck zu fotografieren.

Wissings Name wird jetzt öfter zu hören sein: Lindners General ist nicht nur durch sein Parteiamt eine Schlüsselfigur für die nächsten Wochen. Der promovierte Jurist aus Rheinland-Pfalz ist für die FDP der Mann der Stunde, ein routinierter Verhandler, der in Mainz die FDP in ein Ampelbündnis geführt hat, der gute Drähte zu den Grünen hat und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen in der ersten Politikreihe keine Eitelkeiten pflegt.

Anders als der eigenwillige, meinungsstarke FDP-Vize Wolfgang Kubicki ist Wissing eher der Typ schmallippiger Diplomat. Während Kubicki großen Spaß an Provokation und Polarisierung hat und stets Klartext spricht, ist der Generalsekretär nach außen kühl, distanziert und knochentrocken, im persönlichen Kontakt aber nicht nur herzlich, sondern vor allem begabt mit einem feinen, leisen Humor. Wissing ist der Anti-Kubicki.

Sollte die FDP in die nächste Bundesregierung eintreten, könnte Wissing ein Ministeramt bekommen. Denkbar ist allerdings auch, dass er am Ende eher als Fraktionschef gebraucht wird.

Geheimtreffen mit Malu Dreyer

Erfahrungen als Landesminister hat er immerhin bereits: Von 2016 bis zur Landtagswahl in diesem Frühjahr war er in Mainz Vize-Regierungschef und Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Davor saß Wissing von 2004 bis 2013 im Bundestag – zuletzt als Vorsitzender des Finanzausschusses.

Als die FDP vor acht Jahren aus dem Bundestag geflogen war, gründete Wis­sing eine Kanzlei. In deren Räumen kam es 2016 nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zu einem Geheimtreffen mit SPD-Wahlsiegerin Malu Dreyer. Sie wollte wissen, ob sie auf die FDP als Koalitionspartner zählen könne. Die diskrete Verabredung hielt. Am Ende stand die Ampel, sie funktioniert bis heute.

Diskret, das kann Wissing: Auf die Frage, über was die gelben und grünen Spitzenduos am Dienstag nach der Wahl gesprochen hätten, antwortete er mit einem Satz: „Wir haben uns entschieden, ein Bild sprechen zu lassen.“

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