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Israel: "Haaretz" zeigt Fotos von toten Kindern aus Gaza

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Tobias Eßer
Nahost: Blinken wirbt für Zwei-Staaten-Lösung

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Zum Abschluss seiner Reise im Nahen Osten betont US-Außenminister Antony Blinken in Jerusalem, dass eine Zwei-Staaten-Lösung der einzige Weg sei, Israels Zukunft "als jüdischer und demokratischer Staat wirklich zu sichern" und den Palästinensern "den Staat zu geben, auf den sie ein Recht haben."

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Die israelische Zeitung "Haaretz" veröffentlicht Fotos von 67 in Gaza getöteten Kindern auf Seite Eins. Die Aktion geht um die Welt.

Tel Aviv. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" hat in Zusammenarbeit mit der "New York Times" die Namen und Fotos von 67 Kindern auf ihrer Titelseite vom Donnerstag veröffentlicht, die bei Israels Angriffen auf den Gazastreifen im kürzlich aufgeflammten Nahostkonflikt ums Leben gekommen waren.

Doch nicht nur die Namen und Bilder der Kinder zeigt die "Haaretz". Im Artikel mit dem Titel "Sie waren nur Kinder", der parallel auch in der "New York Times" veröffentlicht wurde, erzählt die Zeitung auch die Geschichte mancher Kinder nach.

Nahostkonflikt: "Das ist der Preis des Krieges"

Zum Beispiel jene von Suheib al-Hadidi, zwölf Jahre alt. "Er lebte mit seinen Eltern und vier Brüdern im Shati-Lager für Geflüchtete in Gaza Stadt. Vögel, die eine Freiheit hatten, von der er nur träumen konnte, faszinierten Suheib. Er hatte einen Nymphensittich, dem er antrainiert hatte, auf seiner Schulter zu sitzen. Später wollte er als Vogelzüchter arbeiten."

"Das ist der Preis des Krieges", schrieb die als linksliberal geltende Tageszeitung am Donnerstag. Alle gezeigten Opfer seien im Alter zwischen sechs Monaten und 17 Jahren gestorben.

Israel und Gaza: Elf Tage Krieg

Unter der Vermittlung Ägyptens hatten sich Israel und die von der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas auf eine Waffenruhe verständigt, die am 21. Mai begann. Die Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten war eskaliert, nachdem palästinensische Familien im von Israel annektierten Ostteil Jerusalems gegen Zwangsräumungen ihrer Häuser protestierten und es zu Zusammenstößen am Tempelberg (Al-Haram al-Sharif) gekommen war.

Nachdem Israel ein Ultimatum der radikal-islamischen Hamas zum Abzug der Sicherheitskräfte vom Tempelberg nicht nachgekommen war, feuerten Terroristen der Hamas am 10. Mai Raketen auf Jerusalem ab. Darauf reagierte Israel mit dem massiven Beschuss des dicht besiedelten Gazastreifens. Im Zuge des Konflikts starben in Israel 13 Menschen, darunter zwei Minderjährige.

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben dort 254 Palästinenserinnen und Palästinenser. Rund ein Viertel von ihnen soll minderjährig gewesen sein – ihnen wurde nun auf der Titelseite der "Haaretz" gedacht. (mit dpa)

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