Organisierte Kriminalität

Fünf-Punkte-Plan: So hart geht Berlin gegen Clans vor

Die Polizei geht verstärkt gegen Clans vor.

Die Polizei geht verstärkt gegen Clans vor.

Foto: Paul Zinken / dpa

Großclans treiben vor allem in Berlin ihr Unwesen. Das soll sich ändern: Mit einem Fünf-Punkte-Plan soll die Polizei Clans bekämpfen.

Berlin.  Berlin will kriminellen Clans den Geldhahn abdrehen. Dazu hat die Regierung aus SPD, Grünen und Linken einen Fünf-Punkte-Plan bei einem Arbeitstreffen ausgearbeitet, um die organisierte Kriminalität in der Hauptstadt in den Griff zu bekommen.

Der Plan umfasst unter anderem den Aufbau einer neuen Koordinierungsstelle sowie verstärkte Kontrollen von Vermögen. „Um die organisierte Kriminalität besser zu bekämpfen, werden wir die Zusammenarbeit und den Austausch weiter verbessern“, sagte Justizsenator Dirk Behrendt der „Berliner Morgenpost“.

Kampf gegen Clans – Fünf-Punkte-Plan beschlossen

1. Ressortübergreifende Zusammenarbeit verbessern

Nicht nur die Polizei und die Staatsanwaltschaft sollen sich um Clans kümmern. Beide Behörden sollen auch mit Finanzämtern, dem Jobcenter und der Ausländerbehörde kooperieren. Auch Ordnungs- und Jugendämter sollen mit ihnen zusammenarbeiten.

2. Mehr Gewerbe- und Finanzkontrollen von Clans

Viele Clans betreiben Bars, Clubs oder andere Geschäfte, um ihr Geld zu waschen. Die Ermittler wollen das mit verstärkten Kontrollen eindämmen. Die Behörden sollen sich gegenseitig informieren.

3. Staatsanwaltschaft gründet Clan-Spezialabteilung

Mit Steuerfahndern soll die Staatsanwaltschaft eine eigene neue Abteilung aufbauen, um zu kontrollieren, wie Clans kriminelles Vermögen abschöpfen. Auf diese Weise könnte ihr Vermögen besser eingeschätzt werden.

4. Verstärkte Ahndung von kleineren Verstößen

Die Behörden sollen Clan-Mitglieder auch für kleinere Vergehen härter bestrafen. Dazu gehört unter anderem das Parken vor Bars oder aber auch illegale Autorennen.

5. Einstieg in kriminelle Laufbahn verhindern

Die Behörden sind angewiesen, neue Konzepte zu entwickeln, damit junge Menschen nicht kriminell werden. Zudem sollen Möglichkeiten angeboten werden, um auch wieder aussteigen zu können.

Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, soll es auch eine Verbesserung bei der Spurensicherung von Computer-Festplatten und DNA geben.

Clans in Deutschland

Für Aufsehen hatte auch der Fall eines Clan-Mitglieds gesorgt, das bei einem Streit zwischen zwei Banden auf offener Straße in der Berlin erschossen wurde. Die Polizei musste anschließend sogar seine Beerdigung schützen.

Nicht nur in der Hauptstadt treiben Clans ihr Unwesen. Auch in anderen Bundesländern kommt es häufig zu Polizeieinsätzen und Festnahmen von Clan-Mitgliedern. Insgesamt laufen derzeit 39 Verfahren gegen Großclans in Deutschland. Im Juli beschlagnahmte die Polizei 77 Immobilien einer arabischen Großfamilie.

Clan-Mitglieder für Straftaten zu belangen, gestaltet sich für Ermittler immer wieder schwierig, weil der Zusammenhalt und das Schweigen in den Banden groß ist. So abgeschottet geht es in der Welt der Clans zu. (bekö)