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Angreifer aus Chemnitz arbeitete offenbar im Flüchtlingsheim

Vermummte jagen in Chemnitz Flüchtling und prügeln ihn

Hetzjagd auf Flüchtlinge in Chemnitz: Ein Afghane ist von Vermummten zusammengeschlagen worden. Reporterin Johanna Rüdiger hat ihn getroffen und mit ihm gesprochen. Im Video erzählt er seine Geschichte.

Vermummte jagen in Chemnitz Flüchtling und prügeln ihn

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Nach Diskussionen um ein Video aus Chemnitz muss der Verfassungsschutz-Chef um seinen Job bangen. Ein Mann aus dem Video ist ihn los.

Berlin.  Ein viel diskutiertes Video aus Chemnitz zeigt, wie mehrere Männer eine kleinere Gruppe von Männern verbal angreift und ausländerfeindlich angepöbelt. Laut einem Fernsehbericht soll einer der Männer nach Bekanntwerden des Videos seinen Job verloren haben.

Wie das ZDF in einer Pressemitteilung bekannt gibt, soll einer der Hetzer aus dem Video bei der Sicherheitsfirma Securitas gearbeitet haben. Die Firma soll gegenüber Journalisten des Magazins „Frontal 21“ (Dienstag, 21 Uhr, ZDF) bestätigt haben, dass der Mann für das Security-Unternehmen tätig war. Gegenüber dem ZDF hätten mehrere Asylsuchende bestätigt, dass der Mann auch in einem Flüchtlingsheim in Chemnitz als Sicherheitsmann gearbeitet habe.

Der Mann sei jedoch nach Bekanntwerden des Videos mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Das ZDF zitiert einen Securitas-Sprecher mit den Worten „Securitas Deutschland hat gegenüber rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher Gesinnung eine Null-Toleranz-Politik.“

Hans-Georg Maaßen wegen Video in der Diskussion

Securitas stellt für zahlreiche öffentliche Einrichtungen wie Flüchtlingsunterkünfte oder Flughäfen das Sicherheitspersonal. Zudem sichert die Firma in diesem Jahr das Oktoberfest und ist Partner von mehreren Fußballvereinen bei der Stadionsicherheit.

Das Video von ausländerfeindlichen Pöbeleien in Chemnitz steht aktuell in der politischen Diskussion. So hatte der Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen , in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung Ende vergangener Woche angezweifelt, dass es sich um authentisches Video handele. Damit stellte er die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) infrage, nach der das Video ein Beleg für eine Hetzjagd auf Ausländer sei.

Bartsch: Maaßen im Amt nicht mehr tragbar

Nach den umstrittenen Äußerungen von Verfassungsschutzpräsident Maaßen zu den Vorfällen in Chemnitz, hat Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch dessen Ablösung gefordert.
Bartsch: Maaßen im Amt nicht mehr tragbar

In einem von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geforderten Bericht soll Maaßen aber zurückgerudert sein. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, sei Maaßen nach eigenen Aussagen falsch verstanden worden. Der Verfassungsschutz-Chef solle aber bei seiner Meinung bleiben, dass das als Beleg für Hetzjagden nicht ausreiche. Wegen Maaßens Äußerungen hatte es aus mehreren Parteien bereits Rücktrittsforderungen gegeben. (ac)

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