Zeichner aus Hamburg

Chemnitz-Krawalle: Eine „Strichmenschenkette gegen Nazis“

Karikaturist @kriegundfreitag sammelt nach den Ausschreitungen von Rechtsextremen in Chemnitz Spenden für den sächsischen Flüchtlingsrat – mit seiner „Strichmenschenkette gegen Nazis“.

Karikaturist @kriegundfreitag sammelt nach den Ausschreitungen von Rechtsextremen in Chemnitz Spenden für den sächsischen Flüchtlingsrat – mit seiner „Strichmenschenkette gegen Nazis“.

Foto: @kriegundfreitag / Tobias Vogel

Ein Hamburger Karikaturist will ein Zeichen gegen die Ausschreitungen von Chemnitz setzen – und sammelt überraschend viele Spenden.

Chemnitz/Hamburg.  Als Reaktion auf die Ereignisse von Chemnitz hat ein Zeichner aus Hamburg die Spendenkampagne „Strichmenschenkette gegen Nazis“ ins Leben gerufen. Damit sammelt der auf Twitter als @kriegundfreitag bekannte Karikaturist Geld für den sächsischen Flüchtlingsrat.

Eigentlich wollte Tobias Vogel über die Crowdfunding-Plattform Gofundme binnen eines Monats 5000 Euro zusammenbekommen, die Summe war aber schon nach 16 Stunden erreicht. Die Idee ist simpel: Der Zeichner malt eine Menschenkette aus Strichmännchen – und für jede 5-Euro-Spende, die über eine Internetplattform eingeht, kommt ein Männchen dazu.

Nach der von Rechtsextremen und Hooligans dominierten Demo in Chemnitz postete @kriegundfreitag am Montagabend auf Twitter: „Ich muss etwas tun und beginne deshalb die Aktion „Strichmenschenkette gegen Nazis“.“ Wenig später wurde er vom Erfolg der Aktion überrascht. „UNFASSBAR! Das Ziel, für das ich eigentlich einen Monat veranschlagt hatte, haben wir in 16 Stunden erreicht“, schrieb er.

Spendensumme erhöht – viele begeisterte Spender

Der Zeichner erhöhte die Zielsumme kurzerhand auf 10.000 Euro. Einen Monat wird er dafür aber auch nicht brauchen, wenn die Spenden weiter so schnell fließen: 19 Stunden nach Start der Aktion hatten Menschen bereits mehr als 6000 Euro gespendet. Einige der Spender lassen den Strichmenschenketten-Organisator auch wissen, wie sie aussehen – damit sich die Zeichnungen ihnen ähnlich sein können. „Sehr schöne Aktion!“, schreibt zum Beispiel einer, „wir sind Vater mit Glatze (sollte man ja nicht den Rechten überlassen) und Sohn, blond und schmal.“

Für den Flüchtlingsrat könnte mit den Strichmännchen eine erhebliche Summe zusammenkommen. Denn @kriegundfreitag hat angekündigt: „Ich ziehe die Aktion übrigens knallhart einen Monat lang durch. Auch wenn ich ewig daran zeichnen muss.“ (dpa/moi)