US-Präsident

Trump soll Arzt sein Gesundheitszeugnis diktiert haben

US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident Donald Trump.

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Ein ehemaliger Arzt von Donald Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten – und einen früheren Bodyguard des Milliardärs.

Washington.  Ein früherer Arzt von Donald Trump beschuldigt einen langjährigen Bodyguard des Präsidenten, seine Praxis durchsucht und Patientenakten Trumps mitgenommen zu haben. Der Mediziner Harold Bornstein sagte dem Sender NBC News am Dienstag, Trumps Personenschützer Keith Schiller und ein anderer Mann seien im Februar 2017 in seine Praxis in New York gekommen und hätten die Akten geholt. „Sie müssen 25 oder 30 Minuten lang hier gewesen sein. Das hat großes Chaos angerichtet“, sagte er. Er habe sich bedroht gefühlt.

Schiller war lange Trumps persönlicher Bodyguard und galt dem Unternehmer gegenüber als äußerst loyal. Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 bekam er einen Posten im Weißen Haus, den er aber im September schon wieder verließ. Trumps Sprecherin Sarah Sanders wies die Darstellung Bornsteins zurück. Es habe sich nicht um eine Durchsuchung gehandelt. Es sei Standard, dass der medizinische Stab des Weißen Hauses die Krankenakte eines neuen Präsidenten in Besitz nehme.

NBC News berichtete, der Vorfall habe sich ereignet, nachdem Bornstein der „New York Times“ gesagt hatte, dass er Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben habe.

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Trump soll Gesundheitszeugnis diktiert haben

Bornstein war auch der Arzt, der Trump während des Wahlkampfes in einem Brief attestiert hatte, er wäre der „gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde“. Später räumte er ein, den Brief in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten.

Am Dienstag behauptete Bornstein in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN, die Formulierungen im Gesundheitszeugnis stammten von Trump selbst. „Er hat den gesamten Brief diktiert“, sagte Bornstein. Der Arzt habe ihn nicht geschrieben, sondern Trump nur darauf hingewiesen, was er nicht in den Brief schreiben könne.

In dem Zeugnis, das Trumps Wahlkampagne im Dezember 2015 veröffentlicht hatte, hieß es: „Seine körperliche Kraft und Ausdauer sind außergewöhnlich. Sollte Herr Trump gewählt werden, kann ich eindeutig versichern, dass er die gesündeste Person sein wird, die jemals zum Präsidenten gewählt wurde.“

Das Zeugnis lieferte allerdings unzureichende Beweise für die Behauptungen. „Das ist schwarzer Humor, dieser Brief“, sagte Bornstein nun gegenüber CNN. „Es ist wie im Film ,Fargo’: Du nimmst die Wahrheit und lenkst sie in eine andere Richtung.“ (dpa/br)