EU-Gipfel

Nach Skripal-Attentat ruft die EU Botschafter aus Moskau ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Jean-Claude Juncker (r), Präsident der Europäischen Kommission, beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Jean-Claude Juncker (r), Präsident der Europäischen Kommission, beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs.

Foto: Aleksi Tuomola / dpa

Neue Verschärfung in der EU-Russland-Krise: Die EU ruft ihren Botschafter aus Moskau zurück nach Brüssel. Vorerst für Konsultationen.

Brüssel.  Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien ruft die EU ihren Botschafter aus Moskau für Konsultationen zurück nach Brüssel. Das bestätigte am Freitagmorgen der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach Beratungen des EU-Gipfels.

Die Staats- und Regierungschefs verschärften zudem auch mit einer Gipfelerklärung den Ton gegenüber Russland . In ihr heißt es, man stimme mit der britischen Regierung darin überein, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag in Salisbury trage, und dass es keine plausible alternative Erklärung gebe.

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Noch am Montag hatte sich die EU bei einem Außenministertreffen nicht auf eine klare Schuldzuweisung in Richtung Russland einigen können. Damals hatte es geheißen, die EU nehme die Einschätzung Großbritanniens sehr ernst, dass höchstwahrscheinlich Russland für den Anschlag verantwortlich sei.

Russland will Beweise

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Der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet.

Beide befinden sich noch in einem kritischen Zustand. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab. (dpa)