Umfrage

Studie: Terrorismus und Migration sorgen EU-Bürger besonders

Migranten warten auf dem Mittelmeer nahe Libyen darauf, von NGO-Helfern gerettet zu werden.

Migranten warten auf dem Mittelmeer nahe Libyen darauf, von NGO-Helfern gerettet zu werden.

Foto: Santi Palacios / dpa

Die wichtigste Aufgabe der EU sei der Kampf gegen den Terror, meinen viele Europäer. Das zeigt eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung.

Brüssel/Gütersloh.  Größte Herausforderungen für Europa sind nach Einschätzung der Europäer Terrorismus und Migration. Jeder vierte Europäer (25 Prozent) ist dafür, dass der Kampf gegen den Terrorismus die oberste Priorität der EU haben sollte, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh bei der Vorstellung einer europaweiten Studie.

Jeder fünfte Europäer (20 Prozent) sieht der Umfrage zufolge die bessere Steuerung von Migration als wichtigste Aufgabe. Wirtschaftliche Themen wie die Beseitigung von Ungleichheiten oder Wachstum sollten lediglich laut jeweils sechs Prozent der Europäer Vorrang haben.

Globalisierung als Chance oder Bedrohung?

Laut der Studie sehen 56 Prozent der EU-Bürger die Globalisierung als Chance, 44 Prozent werten die Globalisierung als Bedrohung. Allerdings gebe es bei der Einstellung zur Globalisierung einen deutliche Unterschied zwischen der allgemeinen und der persönlichen Wahrnehmung, erklärte die Stiftung. Viele Bürger hätten angegeben, dass sie, etwa bei der Verfügbarkeit preiswerter Waren und Dienstleistungen, persönlich eher gute Erfahrungen gemacht zu hätten.

Bürger angesichts von Globalisierung für mehr EU-Integration

Auch bei der Gestaltung globaler politischer Herausforderungen und Steuerung internationaler Prozesse wie der Globalisierung sehe eine deutliche Mehrheit der Bürger die Europäische Integration als Teil der Lösung, erklärte die Studienleiterin der eupinions und Europaexpertin der Bertelsmann Stiftung, Isabell Hoffmann.

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Mehr als die Hälfte der EU-Bürger wünsche sich mehr europäische Integration – unabhängig davon, ob sie Globalisierung positiv oder negativ sieht. Von den Globalisierungsbefürwortern wünschen sich knapp zwei Drittel (64 Prozent) eine vertiefte europäische Zusammenarbeit.

Aber auch von den 44 Prozent der Europäer, die die Globalisierung als Bedrohung empfinden, wünschen sich der Studie zufolge 45 Prozent mehr EU-Integration, vor allem bei Fragen der Sicherheit und der Migration.

Weniger europäische Zusammenarbeit wollen demnach 41 Prozent der Befragten, die die Globalisierung als Bedrohung empfinden. Für den repräsentativen europaweiten Vergleich „eupinions“ wurden im Auftrag der Bertelsmann Stiftung 10.755 EU-Bürger befragt. Die letzte Befragung fand im Juli 2017 statt. (epd/dpa)