Hamburg

Polizei stoppt Fäkalienschiff im Hamburger Hafen

Exkremente stauten sich seit Längerem meterhoch. Berufsgenossenschaft verbietet Kapitän der "Mistral" die Weiterfahrt.

Hamburg. Stink-Einsatz im Hamburger Hafen: Am Mittwoch kontrollierten Beamte der Wasserschutzpolizei Hamburg das unter türkischer Flagge fahrende Seeschiff "Mistral". Dabei stellten sie fest, dass seit Längerem in der Abwasseraufbereitungsanlage Ventile geschlossen waren, so dass sich die Fäkalien in der Anlage bereits bis in die Aufbauten des Schiffes stauten.

Kein Rückhaltetank auf dem Schiff

Laut Polizei war auf der "Mistral" die Abwasseraufbereitungsanlage außer Betrieb genommen worden. Über einen Rückhaltetank verfügt das Schiff nicht. Alle Ventile waren geschlossen. Dieser Zustand der Anlage bestand offensichtlich bereits längere Zeit, da sich Ventile nur mit Gewalt bedienen ließen. Es lag zudem ein Alarm für "High Level" an. Eine Probenentnahme war aus Gründen des Eigenschutzes ohne Gefährdung des Probennehmers nicht möglich, da die gesamte Anlage hohem Druck stand, obwohl keine Pumpe in Betrieb war.

Daraus schlossen die Beamten, dass sich die Fäkalien in der Anlage bereits bis in die Aufbauten des Seeschiffes zurückstauten. Somit bestehe der Verdacht des unerlaubten Umgangs mit Abfällen, so die Wasserschutzpolizei. Die Berufsgenossenschaft Verkehr verbot dem Kapitän der "Mistral" die Weiterfahrt. Außerdem wurden Auflagen zur Entsorgung des Fäkalwassers erteilt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg setzte eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3.600 Euro fest.

Weitere Mängel nach meeresumweltrechtlichen Vorschriften wurden im Bereich der Kraftstoffumstellung festgestellt. Entsprechende Bußgeldverfahren wurden eingeleitet. Weitere Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 757 Euro wurden eingezogen.