„Fack ju Göhte 3“

Warum Elyas M’Barek das Abschiednehmen so schwer fällt

Lesedauer: 4 Minuten
Anna Wollner
Der Schauspieler Elyas M'Barek.

Der Schauspieler Elyas M'Barek.

Foto: Felix Hörhager / dpa

Kinostar Elyas M’Barek nimmt Abschied von „Fack ju Göhte“. Ein Gespräch über spaßige Zeiten ohne Plan und den Glauben an sich selbst.

München.  Mögen auch Filmpreise eher an andere Schauspieler gehen – Elyas M’Barek (35) ist einer der wenigen deutschen Stars, der für Kreisch-Konzerte und Selfie-Alarm sorgt, wo immer er auftaucht. „Fack ju Göhte“ erreichte mit sieben Millionen Zuschauern ein Publikum wie sonst nur Hollywood-Blockbuster. Der dritte Teil läuft gerade im Kino – und hatte den erfolgreichsten Start des Jahres.

Herr M’Barek, der „Final Fack“ oder auch „Fack ju Göhte 3“ ist Ihr dritter und letzter Auftritt als unkonventioneller Lehrer Zeki Müller. Ist Ihnen die Figur ans Herz gewachsen?

Elyas M’Barek: Total! Ich finde ihn großartig. Ich gucke ihm auch gerne zu – das klingt so bescheuert, ich spiele ihn ja, aber ich lese gerne die Drehbücher und seine Dialoge. Er ist eine unglaublich tolle Figur. Ich würde so weit gehen und sagen, er ist die tollste Figur, die ich je spielen durfte. Das Abschiednehmen fiel da besonders schwer. Aber es hat nun mal alles ein Ende.

Die Schüler im „Final Fack“ driften zwischen Orientierungslosigkeit, Zukunftsangst und Motivationsproblemen kurz vorm Abitur. Hatten Sie in Ihrem Leben auch schon solche Phasen?

M’Barek: Na klar. Das war das beherrschende Thema meiner Jugend. Eigentlich, bis ich Anfang zwanzig war und endlich wusste, dass ich irgendwas mit Film machen will. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, was ich mal werden will.

Wie war die Zeit?

M’Barek: Eigentlich ganz lustig. Ich hatte ja nicht viel zu tun. Im Nachhinein würde ich sagen, hatte ich relativ viel Spaß.

Wie haben Sie rausgefunden, was es dann doch werden soll?

M’Barek: Ich war das erste Mal an einem Filmset und war sofort wie elektrisiert.

Den berühmten Plan B hatten Sie nie?

M’Barek: Ich habe vor ein paar Wochen leichtfüßig in einem Interview gesagt, ich wäre gerne Tischler geworden. Seitdem wird mir das angedichtet. Das ist absoluter Quatsch. Das war aus der Situation heraus. Seit das mit dem Tischler die Runde macht, bekomme ich ständig Angebote für Lehrstellen und Praktika. Aber ich werde kein Tischler, dafür liebe ich die Schauspielerei zu sehr. Im nächsten Interview sage ich einfach, ich wünsche mir einen Ferrari. Vielleicht kommt dann jemand auf die Idee, mir einen Ferrari zu schenken. Oder einen Hubschrauber.

Hat der Erfolg Sie verändert?

M’Barek: Ich hoffe nicht. Ich rede darüber sehr viel mit Freunden und frage nach, wie die das sehen. Ich glaube aber schon, dass alle, die mich lange kennen, das bestätigen würden, dass sich da nichts geändert hat. Mein Umfeld und alles ist zum Glück gleich geblieben und völlig erfolgsunabhängig. Mein Leben findet ja nicht in diesem „Fack ju Göhte“-Kosmos statt. Ich habe ein Leben, das damit nichts zu tun hat. Klar, gibt es ein paar Dinge, die ich nicht mehr tun kann, nicht mehr tun sollte, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. U-Bahnfahren oder im Park auf einer Bank abhängen.

Sind durch „Fack ju Göhte“ die Rollenangebote einseitiger?

M’Barek: Nein, ganz im Gegenteil. Ich bekomme sehr vielfältige Rollenangebote. Ich finde es ganz schön, im deutschen Kino für ein gewisses Rollenbild zu stehen. Ich hoffe, dass meine Karriere noch ein paar Jahre geht, und wer weiß, was ich in fünf Jahren für Filme drehe.

Was ist Ihr Rat an Schüler, die vielleicht ähnlich unmotiviert und unterschätzt sind?

M’Barek: Es ist immer schwierig, Ratschläge zu geben, es ist halt nicht alles so einfach wie im Film. Man muss einfach seine Träume verfolgen, daran glauben, dass man irgendetwas kann. Jeder Mensch hat ein Talent. Und wenn man dieses Talent erkennt und daran arbeitet, dann wird daraus auch was. Wenn man gar kein Talent hat, dann wird man halt Schauspieler. So wie ich.

Welchen Abischnitt hatten Sie?

M’Barek: 2,2 oder 2,3 muss das gewesen sein. So geil war es nicht, aber damit war ich immerhin noch Klassenbester. Zugegeben, es war eine sehr schlechte Klasse.