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Mali: Schwerer Sprengstoff-Anschlag auf deutsche Soldaten

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Mali: Bundeswehrsoldaten bei mutmaßlichem Anschlag verletzt

Mali: Bundeswehrsoldaten bei mutmaßlichem Anschlag verletzt

Bei einem mutmaßlichen Anschlag in Mali sind 15 deutsche Soldaten verletzt worden, davon mehrere schwer, womöglich durch eine Autobombe, die von einem Selbstmordattentäter gezündet wurde.

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Bundeswehrsoldaten sind bei ihrem Einsatz in Westafrika angegriffen worden. Mehrere Soldaten wurden dabei schwer verletzt.

Gao/Berlin. Bisher nicht identifizierte Angreifer haben im westafrikanischen Mali eine temporäre Operationsbasis deutscher Soldaten der UN-Truppe Minusma angegriffen. Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitagmorgen um 6.28 Uhr Ortszeit in der Nähe des Dorfes Ichagara in der Gemeinde Tarkint eine stehende Patrouille mit einer Autobombe angegriffen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gab am Abend bekannt, dass zwölf deutsche Soldaten und ein weiter UN-Soldat der Minusma-Mission bei dem Angriff verletzt worden seien, drei davon schwer. "Alle Verwundeten wurden mit Hubschraubern aus dem Gebiet evakuiert", sagte Kramp-Karrenbauer.

Verletzte Bundeswehrsoldaten nach Deutschland ausgeflogen

Am Samstag wurden die ersten Verletzten nach Deutschland ausgeflogen. Der Evakuierungsflug startete nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Morgen in Gao. Die Stadt liegt rund 180 Kilometer südwestlich vom Ort des Angriffs. In Gao ist ein Großteil der Bundeswehrsoldaten im Camp Castor stationiert.

Das medizinische Transportflugzeug des Typs Airbus A400M der Luftwaffe mit drei Schwerverletzten landete am Nachmittag nach fünf Stunden und 45 Minuten Flugzeit am Flughafen Köln-Wahn. Die noch vor Ort verbliebenen verletzten Soldaten sollen mit einem zweiten Flugzeug ebenfalls zeitnah zur weiteren medizinischen Behandlung nach Deutschland geflogen werden.

Folgen für den Einsatz in Mali sollen in den nächsten Tagen geklärt werden

Zu den Hintergründen der Tat und der Identität der Angreifer wollte sich Kramp-Karrenbauer am Freitagabend nicht äußern. "Was der Anschlag für die militärische Situation und was es möglicherweise für die Mission bedeutet, sind Fragen die sich stellen und mit denen wir uns in den nächsten Tagen befassen werden aber nicht heute", sagte die Verteidigungsministerin. Sie betonte, dass zur Zeit die ganze Kraft darauf konzentriert werde, die verwundeten Soldaten zu versorgen und schnellstmöglich nach Hause zu bringen.

Die Führung der Minusma äußerte sich ebenfalls zu dem Angriff. "Die Minusma verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste und wünscht den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung", hieß es in einer Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die UN-Mission Minusma in Mali hat einen Auftrag zur Stabilisierung des Landes.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen.

Erst am Montag waren sechs Soldaten der französischen Anti-Terror-Einheit Barkhane bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Bei dem Attentat nahe der zentralmalischen Stadt Gossi waren auch vier Zivilisten verletzt worden.

(fmg/dpa/afp)