Rettungseinsatz

Sanitäter bei Reanimation mit Waffe bedroht – Frau stirbt

Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr sind bei einem Einsatz massiv behindert worden. (Symbolbild)

Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr sind bei einem Einsatz massiv behindert worden. (Symbolbild)

Foto: snapshot-photography/ T.Seeliger / imago/Seeliger

Ein 67-Jähriger findet seine Lebensgefährtin in der Badewanne. Doch als die Sanitäter kommen, behindert er immer wieder den Einsatz.

Berlin.  Ein offenbar betrunkener Mann hat am Karfreitag im Berliner Stadtteil Marzahn Rettungskräfte der Feuerwehr mit einer Schusswaffe bedroht – während der Wiederbelebungsmaßnahmen für seine eigene Lebensgefährtin. Sie starb.

Nach ersten polizeilichen Ermittlungen hatte der 67-jährige Mann gegen 13 Uhr die Feuerwehr zu seiner Wohnung alarmiert. Kurz zuvor hatte er seine 50 Jahre alte Lebensgefährtin leblos in der Badewanne aufgefunden. Doch als die Sanitäter eines Rettungsdienstes sowie ein Rettungsassistent und zwei Notärzte der Feuerwehr mit der Reanimation der 50-Jährigen begannen, störte der 67-Jährige die Arbeit der Einsatzkräfte immer wieder.

Mann rauchte neben der Sauerstoffflasche

Die Sanitäter gaben bei der Polizei an, der Mann habe unter anderem neben der Sauerstoffflasche geraucht. Als er trotz Aufforderung damit nicht aufhörte, schlossen ihn die Rettungskräfte in seinem Schlafzimmer ein – womit er aber überhaupt nicht einverstanden war.

Immer wieder soll der Mann lautstark gefordert haben, ihn aus dem Zimmer zu lassen. Zudem drohte der renitente Mann damit, dass er eine Schusswaffe habe. Gleichzeitig versuchte er, die Tür von innen zu öffnen.

Betrunkener greift Polizisten an, stürzt und verletzt sich

Nachdem die Rettungskräfte die Reanimationsversuche erfolglos beendet hatten, öffnete ein Sanitäter die Tür zum Schlafzimmer. Dort sah er den Mann, der auch eine Schusswaffe in der Hand hielt. Geistesgegenwärtig verschloss der Sanitäter die Tür zum Schlafzimmer wieder. Anschließend verließen die Sanitäter, der Assistent und die Notärzte die Wohnung und alarmierten die Polizei.

Als die Polizisten an der Wohnungstür klingelten, öffnete ihnen der Mann. Zuvor hatte er seine Schlafzimmertür zerstört und sich selbst befreit. Die Beamten nahmen den Mann sofort fest und legten ihm Handfesseln an. Der 67-jährige Mieter beschimpfte die Polizisten und versuchte, einen der Beamten zu treten. Der Polizist konnte dem Fußtritt ausweichen, was zur Folge hatte, dass der Betrunkene das Gleichgewicht verlor und stürzte. Dabei verletzte er sich im Gesicht.

Leichnam der Frau wird nun obduziert

Eine Staatsanwältin ordnete bei dem 67-Jährigen eine Blutentnahme sowie die Durchsuchung seiner Wohnung an. Der Betrunkene wurde in eine Gefangenensammelstelle gebracht, wo ihm ein Arzt Blut abnahm. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten im Schlafzimmer eine Schreckschusswaffe. Diese wurde beschlagnahmt.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann auf eigenen Wunsch in ein Krankenhaus gebracht. Der Leichnam der 50-Jährigen wurde beschlagnahmt und zum Gerichtsmedizinischen Institut gebracht. Dort soll eine Obduktion zur Feststellung der Todesursache gemacht werden.

Eine genaue Untersuchung des Leichnams soll auch die Frage klären, ob die Frau möglicherweise noch am Leben sein könnte, wären die Reanimationsmaßnahmen nicht von dem 67-Jährigen gestört und behindert worden.

Dieser Text ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.