Formel 1

Lewis Hamilton schnappt sich Michael Schumachers Siegrekord

Lewis Hamilton in seinem Mercedes auf der Rennstrecke in Portugal.

Lewis Hamilton in seinem Mercedes auf der Rennstrecke in Portugal.

Foto: AFP

Der Mercedes-Pilot setzt mit seinem 92. Grand-Prix-Sieg eine historische Bestmarke. Und die nächste ist schon in Reichweite.

Portimão. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat mit seinem 92. Grand-Prix-Erfolg Michael Schumacher als Formel-1-Rekordhalter abgelöst. Der 35 Jahre alte Brite überholte mit seiner Siegfahrt am Sonntag beim Großen Preis von Portugal die deutsche Motorsport-Ikone, die in ihrer Karriere 91 Triumphe gefeiert hatte. Hamilton verwies beim zwölften Saisonrennen in Portimão mit vielen Überholmanövern seinen Teamkollegen Valtteri Bottas auf den zweiten Platz, Dritter wurde Max Verstappen im Red Bull.

Lewis Hamilton: "Ein gesegneter Tag"

"Es ist das Unglaublichste, in so einer Umgebung zu arbeiten", lobte Hamilton nach dem Rennen sein Erfolgsteam und schwärmte: "Ich hätte mir nicht erträumen lassen, wo ich heute bin. Es ist ein sehr gesegneter Tag."

Für Sebastian Vettel war auch der Ausflug an die Algarve wenig erfreulich, der Ferrari-Star rettete als Zehnter gerade noch einen WM-Punkt.

Hamilton indes dürfte nach seinem achten Sieg im zwölften Saisonlauf bald auch die nächste Schumacher-Bestmarke erreichen, der siebte WM-Titel ist fünf Rennen vor Schluss greifbar. 77 Punkte Vorsprung hat der 35-Jährige bereits auf den WM-Zweiten Bottas, dem im Endspurt nur noch ein Motorsportwunder hilft.

Viel Durcheinander nach dem Start auf der Rennstrecke

Das Autodromo do Algarve im Süden Portugals, das erstmals die Formel 1 zu Gast hatte, bot zum Start das erhoffte Spektakel. Ein kleiner Regenguss hatte den ohnehin glatten Asphalt angefeuchtet, das sorgte für reichlich Durcheinander auf den ersten Kilometern.

Der als Dritter gestartete Verstappen zog auf der anspruchsvollen Piste zunächst an Bottas vorbei, kollidierte dann aber mit dem Racing Point von Sergio Perez. Kurz darauf überholte Bottas den führenden Hamilton, ehe urplötzlich McLaren-Pilot Carlos Sainz den Vorteil seiner weicheren Reifen nutzte und die Spitze übernahm. Einen Turbostart erwischte Veteran Kimi Räikkönen, der sich von Rang 16 auf Platz sechs verbesserte.

Doch nach sechs Runden kam allmählich die gewohnte Ordnung ins Tohuwabohu. Die mittelharten Reifen der Mercedes kamen auf Betriebstemperatur, die Silberpfeil-Piloten konnten wieder die Überlegenheit ihrer Autos ausspielen. Erst schnappte sich Bottas den strauchelnden Sainz, kurz darauf kam auch Hamilton vorbei. Verstappen holte sich Platz drei zurück, konnte dem Mercedes-Duo aber nicht folgen.

Leclerc im Ferrari erneut stärker als Vettel

Dahinter führte Charles Leclerc den Rest des Feldes an. Der Monegasse holte wieder einmal deutlich mehr aus dem anscheinend verbesserten Ferrari heraus als Teamkollege Vettel. Der von Rang 15 gestartete Hesse profitierte immerhin von den Boxenstopps und einigen kleinen Zwischenfällen bei der Konkurrenz und arbeitete sich nach und nach in die Punkteränge vor.

An der Spitze machte der WM-Führende Hamilton nach 20 Runden ernst. Binnen kurzer Zeit saugte sich der Brite an Stallrivale Bottas heran und setzte sich auf der Zielgeraden locker an die Spitze. Schnell fuhr der Titelverteidiger ein beruhigendes Polster heraus und deklassierte den Finnen dabei phasenweise. Alles lief auf den Rekordsieg des Superstars hinaus.

Sorgen bereiteten den Strategen an den Kommandoständen indes weiter die schweren Regenwolken, aus denen hin und wieder Tropfen fielen. Wohl auch deshalb zögerten die führenden Mercedes-Piloten lange mit dem Reifenwechsel. Schon zur Hälfte des Rennens hatte Hamilton daher seinen alten Rivalen Vettel überrundet, der in Runde 28 an der Garage frische Pneus abgeholt hatte.

Nach 40 Runden beorderte Mercedes dann endlich auch Hamilton an die Box, längst waren die Verfolger aus seinem Rückspiegel verschwunden. Auch Bottas hatte seinen Widerstand frühzeitig eingestellt. So dämmerte das Rennen nach der so aufregenden Startphase einem eher müden Schluss entgegen. Hamilton war das gleich, er hatte schließlich einen weiteren meisterlichen Beweis seines Ausnahmetalents geliefert.(dpa)