Australian Open

Newsblog: Novak Djokovic hat Australien verlassen

| Lesedauer: 23 Minuten
Novak Djokovic (l) sitzt auf dem Rücksitz eines Autos, als er an einem Abschiebehotel ankommt. Kurz vor dem Auftakt der Australien Open ist Titelverteidiger Djokovic erneut aufgrund seines annullierten Visums in ein Abschiebehotel gebracht worden. Es ist wahrscheinlich, dass er über Nacht in Gewahrsam bleibt.

Novak Djokovic (l) sitzt auf dem Rücksitz eines Autos, als er an einem Abschiebehotel ankommt. Kurz vor dem Auftakt der Australien Open ist Titelverteidiger Djokovic erneut aufgrund seines annullierten Visums in ein Abschiebehotel gebracht worden. Es ist wahrscheinlich, dass er über Nacht in Gewahrsam bleibt.

Foto: dpa

Novak Djokovic darf nicht an den Australian Open teilnehmen. Das entschied das Bundesgericht. Die Entwicklungen im Newsblog.

Melbourne. 
  • Seit Sonntag ist klar: Novak Djokovic muss Australien verlassen und darf nicht an den Australian Open teilnehmen. Das entschieden drei Richter des australischen Bundesgerichts einstimmig. Djokovic zeigte sich über das Urteil enttäuscht.
  • Einwanderungsminister Alex Hawke hatte dem Serben am Freitag das Visum erneut entzogen. Daraufhin hatte die Anwälte des Weltranglistenersten erneut Einspruch eingelegt.
  • Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise ins Land verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Seit her gibt es ein Tauziehen um seinen Status.

16. Januar, 14:30 Uhr

Djokovic hat Australien verlassen

Nach seiner Niederlage vor einem Bundesgericht hat Tennisstar Novak Djokovic Australien noch am Sonntagabend verlassen. Der 34 Jahre alte Serbe hob um 22.52 Uhr (Ortszeit) mit Flug EK409 von Melbourne nach Dubai ab. Kurz vor 18.00 Uhr hatten die drei zuständigen Richter den Einspruch des Weltranglistenersten gegen die erneute Annullierung seines Visums vom Freitag zurückgewiesen.

Djokovic wird die am Montag beginnenden Australian Open verpassen, bei denen er mit neun Erfolgen Rekordsieger ist. In einem schriftlichen Statement hatte der Titelverteidiger bereits geäußert, dass er „extrem enttäuscht über die Entscheidung“ sei. Er hatte aber auch betont, diese zu respektieren und mit den zuständigen Behörden bezüglich seiner Ausreise zu kooperieren.

16. Januar, 09:10 Uhr
Djokovic zeigt sich enttäuscht

Der serbische Tennisstar Novak Djokovic zieht nach dem Urteil des Bundesgerichts von Australien offenbar keine weiteren juristischen Schritte in Erwägung. Er respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den entsprechenden Autoritäten kooperieren, was seine Abreise aus Australien betreffe, teilte der Weltranglisten-Erste in einer Stellungnahme mit, aus der am Sonntag mehrere Medien zitierten.

Kurz zuvor hatte das Bundesgericht den Einspruch des serbischen Tennisprofis gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt. Damit darf der Titelverteidiger und Rekordsieger nicht an den am Montag beginnenden Australian Open in Melbourne teilnehmen und muss ausreisen.

„Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung“, teilte Djokovic mit. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger hat die Australian Open bereits neunmal gewonnen. „Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können“, so Djokovic. Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, sich zu erholen, bevor er darüber hinaus weitere Kommentare abgebe.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP zufolge wäre eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten Gericht Australiens, möglich gewesen. Die Erfolgschancen waren aber ohnehin gering.

16. Januar, 08:30 Uhr

Novak Djokovic muss Australien verlassen

Novak Djokovic hat das juristische Tauziehen gegen die australische Regierung um seine Aufenthaltsgenehmigung vorerst verloren. Ein Bundesgericht wies am Sonntag den Einspruch des 34 Jahre alten Serben gegen die erneute Annullierung seines Visums vom Freitag zurück. Vorausgegangen war eine andauernde Auseinandersetzung von Djokovic mit den Behörden seit seiner Ankunft in Melbourne am 5. Januar.

Der 20-malige Grand-Slam-Sieger war ungeimpft und mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung eingereist und wollte sich mit einem Triumph bei den Australian Open ab Montag zum alleinigen Major-Rekordsieger krönen.

15. Januar 9:54

Novak Djokovic erneut in Gewahrsam

Kurz vor dem Auftakt der Australian Open ist Titelverteidiger und Rekordchampion Novak Djokovic im Corona-Krimi um seine Einreise nach Australien erneut in Gewahrsam. Statt sich in der Rod-Laver-Arena auf das am Montag beginnende Grand-Slam-Turnier in Melbourne vorzubereiten, wurde der 34 Jahre alte Weltranglistenerste aus Serbien aufgrund des erneut annullierten Visums wieder ins Abschiebehotel gebracht, wie australische Medien berichteten. Es ist wahrscheinlich, dass er über Nacht in Gewahrsam bleibt. Für Sonntagmorgen um 9.30 Uhr Ortszeit ist eine Anhörung vor Gericht geplant.

Das Bundesgericht soll Klarheit schaffen, ob der Weltranglistenerste an den Australian Open teilnehmen darf oder ausreisen muss. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, soll die Anhörung vor drei Richtern stattfinden. Demnach wird der Fall am Federal Court of Australia vom Vorsitzenden Richter James Allsop sowie dessen Kollegen Anthony Besanko und David O'Callaghan verhandelt. Dem Bericht zufolge können nach einer Entscheidung durch drei Richter keine Rechtsmittel mehr gegen das Urteil eingelegt werden.

Djokovic - eine Gefahr für die öffentliche Ordnung?

Die australische Zeitung "The Age" zitierte unterdessen aus Dokumenten des Ministerium, in denen es heißt, dass Djokovic eine Gefahr für Gesundheit und Öffentliche Ordnung Australiens sei, weil er er ein "prominenter Impfverweigerer" sei, der sogar die Corona-Regeln seiner eigenen Heimat missachtet habe. Seine Anwesenheit, zitiert die Zeitung weiter aus dem Papier, könnte die Impfskepsis in der australischen Gesellschaft vergrößern.

14. Januar, 12:30 Uhr
Djokovic geht gegen Visumsentzug vor

Tennisstar Novak Djokovic wird wie erwartet Einspruch gegen das von den australischen Behörden erneut entzogene Visum einlegen, um eine Ausweisung zu verhindern. Das bestätigte dessen Anwalt Nick Wood in einer kurzfristig angesetzten Online-Anhörung in Melbourne am späten Mittwochabend (Ortszeit).

Am Samstagmorgen (8.00 Uhr Ortszeit/Freitag, 22.00 Uhr MEZ) soll Djokovic zu einer Befragung vor den Einwanderungsbehörden erscheinen. Bis dahin will die Regierung von einer erneuten Festsetzung des Serben absehen. Eine gerichtliche Entscheidung in dem Fall soll am Sonntag fallen.

14. Januar, 10:45 Uhr

Kurzfristige Anhörung im Fall Djokovic angesetzt

Für 20.45 Uhr Ortszeit (10.45 Uhr MEZ) wurde kurzfristig eine Anhörung vor Gericht in Melbourne angesetzt. Dies gab der Federal Circuit and Family Court of Australia per Twitter bekannt.

Sollte der serbische Tennisstar mit einem Einspruch nicht erfolgreich sein, muss er das Land verlassen und kann seinen Titel bei den am Montag beginnenden Australian Open nicht verteidigen. Zudem droht Djokovic auch ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien.

Hawke machte bei der Entscheidung von seinem persönlichen Recht als Einwanderungsminister Gebrauch. Er habe aus Gründen der Gesundheit und des öffentlichen Interesses gehandelt, wie es in einem Statement hieß.

14, Januar, 09:40 Uhr

Regierungschef begrüßt Annullierung

Der australische Regierungschef Scott Morrison hat die Entscheidung seines Einwanderungsministers Alex Hawke zur Annullierung des Visums des ungeimpften Tennisstars Novak Djokovic begrüßt. „Diese Pandemie war für jeden Australier unglaublich schwierig, aber wir haben zusammengehalten und Leben und Existenzen gerettet. Gemeinsam haben wir eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten, die stärkste Wirtschaft und die höchsten Impfraten der Welt erreicht“, teilte Morrison in einer Stellungnahme am Freitag mit und betonte: „Die Australier haben während dieser Pandemie viele Opfer gebracht, und sie erwarten zu Recht, dass das Ergebnis dieser Opfer geschützt wird.“

Djokovics Visum war in einer persönlichen Entscheidung von Hawke zuvor für ungültig erklärt worden. Dies sei gut begründet und „im öffentlichen Interesse“, hatte der Minister mitgeteilt. Eine Teilnahme des Weltranglisten-Ersten an den am Montag beginnenden Australian Open ist damit zwar noch nicht ausgeschlossen, weil der 34-Jährige möglicherweise weitere Rechtsmittel einlegen kann, aber unwahrscheinlich geworden. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

„Unsere strenge Grenzschutzpolitik hat die Australier vor Covid und jetzt während der Pandemie geschützt“, ergänzte Morrison. Aufgrund der erwarteten laufenden Gerichtsverfahren werde er keine weiteren Kommentare abgeben.

14. Januar, 08 Uhr

Visum erneut annulliert! Djokovic darf nicht bei Australian Open starten

Novak Djokovic ist von den australischen Behörden erneut das Visum entzogen worden. Das gab Einwanderungsminister Alex Hawke am Freitag bekannt. Sollte der serbische Tennisstar keinen erfolgreichen Einspruch einlegen, muss er das Land verlassen und kann seinen Titel bei den am Montag beginnenden Australian Open nicht verteidigen. Zudem droht Djokovic auch ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien.

Hawke machte bei der Entscheidung von seinem persönlichen Recht als Einwanderungsminister Gebrauch. Er habe aus Gründen der Gesundheit und des öffentlichen Interesses gehandelt, wie es in einem Statement hieß. Laut australischen Medienberichten hatten sich Djokovics Anwälte bereits darauf vorbereitet, einen erneuten Entzug des Visums des Grand-Slam-Rekordchampions anzufechten. Ob sie dies tatsächlich tun werden, blieb zunächst offen.

Am Montag hatte der ungeimpfte Weltranglistenerste nach einem Teilerfolg vor Gericht sein Visum zurückbekommen und konnte die Unterbringung für Ausreisepflichtige verlassen, in der er sich nach Ankunft am vergangenen Mittwoch wegen Nichterfüllung der Pandemie-Einreisebestimmungen zunächst aufhalten musste. Seitdem prüfte die Regierung Australiens weitere Schritte.

Am Mittwoch hatte Djokovic eingeräumt, dass er im Dezember in Serbien an einem Interview trotz des Wissens um einen positiven Coronatest teilgenommen habe. Auch eine „unabsichtliche“ Falschangabe auf dem Einreisebogen musste er eingestehen.

14. Januar, 7 Uhr

Immer noch keine Entscheidung im Fall Djokovic

Drei Tage vor dem Beginn der Australian Open wartet Novak Djokovic weiter auf eine Entscheidung zu seinem Visum für Australien und die Möglichkeit, seinen Titel zu verteidigen. Auch am Freitagnachmittag Ortszeit in Melbourne gab es von Einwanderungsminister Alex Hawke noch kein Signal dazu, ob er sein persönliches Recht nutzt und das Visum des serbischen Tennisprofis ungültig macht, weil dieser nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Die Nummer eins der Weltrangliste trainierte unterdessen schon früh am Tag statt wie ursprünglich geplant erst am Nachmittag.

Aus der australischen Politik bekommt Hawke für das lange Zögern Druck. „Alex Hawke, wo sind sie? Verschollen?“, fragte die Senatorin Jacqui Lambie nach Angaben der australischen Nachrichtenagentur AAP . „Wenn Sie keine Entscheidung zu Novak Djokovic treffen können, meine Güte, wie regiert ihr Leute denn das Land? Das ist ein absoluter Saustall.“ Weiter sagte sie, Djokovic sollte packen geschickt werden, wenn er die Regeln gebrochen habe.

13. Januar, 10 Uhr

Djokovic in der ersten Runde gegen Landsmann gelost.

Novak Djokovic ist trotz der unklaren Situation um sein Visum bei den Australian Open Teil der Auslosung gewesen und soll in der ersten Runde gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanovic spielen. Ob der Serbe bei dem am Montag beginnenden ersten Grand Slam des Jahres aber wirklich antreten darf, ist weiterhin unklar. Die Entscheidung von Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke stand auch nach der Auslosung für das Tennis-Turnier weiter aus. Daran änderte auch die mehr als eine Stunde Verspätung nichts, mit der die Veranstaltung begonnen hatte.

Der an Nummer eins gesetzte Djokovic ist in der gleichen Turnierhälfte wie die deutsche Nummer eins Alexander Zverev. Zu einem Aufeinandertreffen der beiden könnte es wie bei den Olympischen Spielen und den US Open erst im Halbfinale kommen. Zverev trifft in einem deutschen Duell in der ersten Runde auf Daniel Altmaier.

12. Januar, 10 Uhr

Djokovic äußert sich selbst - und sorgt für neue Fragen

Mit einer langen Stellungnahme via Instagram hat sich Novak Djokovic erstmals selbst seit seinen Einreiseproblemen nach Australien öffentlich geäußert, dabei aber für weitere Widersprüche gesorgt. Die 34 Jahre alte Nummer eins der Tennis-Weltrangliste wehrte sich am Mittwoch (Ortszeit) rund um eine weitere Trainingseinheit im Melbourne Park vor allem gegen zwei Vorwürfe: Weder habe er absichtlich eine falsche Angabe gemacht zu seinem Reiseverhalten in den 14 Tagen vor dem Flug ins Gastgeberland der kommende Woche beginnenden Australian Open, noch habe er im Wissen seines positiven Corona-Tests im Dezember eine Veranstaltung mit Kindern besucht und sich dort ohne Maske bewegt.

Djokovic bezeichnete die "Fehlinformationen", die korrigiert werden müssten, als "verletzend und beunruhigend für meine Familie". Er wolle darauf hinweisen, dass er sich sehr um die Sicherheit anderer und das Einhalten von Testvorgaben bemüht habe. Es sei ihm wichtig gewesen, all dies klarzustellen, aber er werde sich aus Respekt vor der australischen Regierung nicht weiter zu den Vorkommnissen äußern.

Allerdings gestand der Serbe auch, dass er bei einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" am 18. Dezember bereits von seinem positiven Testergebnis wusste und den Termin dennoch nicht abgesagt hat. Er habe lediglich Abstand gehalten und seine Maske nur für den Fotografen abgesetzt. "Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen", schrieb er. „Wir leben in schwierigen Zeiten einer globalen Pandemie und manchmal können solche Fehler passieren“, sagte der ungeimpfte 34-Jährige.

Entscheidung im Fall Djokovic nicht vor Donnerstag

Das Büro des Einwanderungsministers teilte unterdessen mit, dass über den Status Djokovics, also sein Visum, erst am Donnerstag entschieden werde, weil die Anwälte, neue "relevante Dokumente" vorgelegt hätten, die geprüft werden müssten. Das berichtet die australische Nachrichtenagentur AAP

11. Januar, 10 Uhr

Stolpert Djokovic über einen Formfehler?

Auch nach der Gerichtsentscheidung zu seinen Gunsten hat Tennis-Profi Novak Djokovic noch keine Gewissheit über seine Teilnahme an den Australian Open. Vor einer Entscheidung der Regierung um den zuständigen Einwanderungsminister Alex Hawke, der das Visum des 34 Jahre alten Serben noch immer aufheben kann, könnten Details aus einem Einreiseformular außerdem für zusätzliche Schwierigkeiten sorgen. Wie australische Medien am Dienstag berichteten, entspricht eine Angabe in dem Dokument nicht der Wahrheit - Djokovic war entgegen der Auskunft in den 14 Tagen vor dem Flug nach Australien auf Reisen gewesen.

Durch in sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos lässt sich nachvollziehen, dass der in Monaco lebende Sportler sich im fraglichen Zeitraum vor der Anreise nach Down Under sowohl in seiner Heimat Serbien wie auch in Spanien zum Trainieren aufgehalten hat. Inwiefern dies Einfluss hat auf die Entscheidung von Einwanderungsminister Hawke oder in diesem Zusammenhang relevant ist, war zunächst unklar. Falsche Angaben auf dem Formular werden als schwerwiegendes Vergehen bezeichnet.

Regierungschefs Australiens und Serbiens sprechen über Fall Djokovic

Nach der Gerichtsentscheidung zu Gunsten von Tennis-Profi Novak Djokovic haben Australiens Premierminister Scott Morrison und seine serbische Amtskollegin Ana Brnabic ein Telefonat zu dem Fall geführt. Es handelte sich um ein "konstruktives" Gespräch, wie am Dienstag die australische Nachrichtenagentur AAP unter Berufung auf das Büro des Regierungschefs meldete. Darin habe Morrison die "nicht-diskriminierende" Grenzpolitik Australiens und ihre Rolle beim Schutz des Landes während der Corona-Pandemie erläutert. Die beiden hätten sich darauf geeinigt, in Kontakt zu bleiben und die bilateralen Beziehungen zu stärken.

Unter Berufung auf den staatlichen serbischen Sender RTS hieß es, Brnabic habe von der australischen Seite gefordert, Djokovic mit Würde zu behandeln. Die Premierministerin habe insbesondere die Bedeutung der Trainingsbedingungen für den serbischen Tennisspieler hervorgehoben, der sich in den vergangenen Tagen nicht auf das bevorstehende Turnier habe vorbereiten können. Die Australian Open werden vom 17. bis 30. Januar ausgetragen. Djokovic hat das Turnier neunmal gewonnen - so oft wie kein anderer.

Djokovic äußert Erleichterung

Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic zeigte sich am Montag erleichtert darüber, nach Australien einreisen zu dürfen. Zuvor hatte der Serbe bei einem Gericht in Melbourne erfolgreich gegen die Stornierung seines Visums geklagt. Bei einer Pressekonferenz der Familie wurde er jedoch nicht wie zuvor angekündigt zugeschaltet.

Hier können Sie noch einmal den Livestream der Pressekonferenz verfolgen

Novak Djokovic per Twitter: Ich will bleiben und spielen

Der Weltranglistenerste aus Serbien meldete sich per Twitter zu Wort. "Ich bin froh und dankbar, dass der Richter die Entscheidung, mein Visum zu stornieren, zurückgenommen hat", schrieb Djokovic. "Trotz allem, was passiert ist, möchte ich bleiben und versuchen, bei den Australian Open anzutreten." Er sei "hierher geflogen, um bei einem der wichtigsten Events, die wir haben, vor den tollen Fans zu spielen." Der Beitrag war mit einem Bild versehen, das Djokovic in der Rod Laver Arena in Melbourne zeigte.

Skurrile Pressekonferenz der Familie

"Wir als Familie unterstützen Novak, wir kämpfen für ihn auf jede erdenkliche Art und Weise", sagte Djokovics Bruder Djordje auf einer Pressekonferenz der Familie, die im Internet live übertragen wurde. "Es ist für uns alle eine Schlacht." Er sei frei und habe bereits trainiert, sagte er.

Djokovics Mutter Dijana nannte das Urteil, das dem Weltranglistenersten doch noch die Einreise erlaubte, den "größten Sieg seiner Karriere". Sein Vater Srdjan griff die australische Einwanderungsbehörde scharf an."Es war sehr schwierig, aber er hat eine unglaubliche mentale Stärke", sagte er. "Er kam am Flughafen an, wo ihm alle Rechte, die er als Mensch hat, genommen wurden."

Als es jedoch am Ende der Veranstaltung kritische Fragen dazu gab, warum sich Djokovic einen Tag nach seinem positiven Coronatest vom 16. Dezember 2021 ohne Masken und Abstand bei öffentlichen Veranstaltungen gezeigt habe, brach der Bruder des Weltranglisten-Ersten die Presserunde ab.

Novak Djokovic erringt Teilsieg vor Gericht

Novak Djokovic hatte am Montag im juristischen Tauziehen um seine Einreise in Australien einen ersten Teilsieg errungen. Ein Gericht in Melbourne entschied am Montag zugunsten des 34 Jahre alten Tennisstars und ordnete Djokovics Freilassung aus der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige an. Doch welche Folgen das Urteil für die Teilnahme des Titelverteidigers an den am 17. Januar beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar.

Der Minister für Einwanderung, Alex Hawke, verzichtete zunächst darauf, dem serbischen Tennisstar mit seiner persönlichen Entscheidungsgewalt erneut die Aufenthaltsberechtigung zu entziehen. Hawke könne dies jederzeit tun, wenn er zu der Überzeugung gelange, dass es im öffentlichen Interesse liege, berichtete der Guardian. Damit scheint weiter nicht sicher, dass Djokovic als Titelverteidiger an den Australian Open ab dem 17. Januar teilnehmen kann. Eine Entscheidung von Hawke wird laut Medienberichten erst am Dienstag erwartet.

Doch zumindest gelang Djokovic im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne am Montag ein erster wichtiger Sieg. Zunächst einmal durfte Djokovic das Abschiebehotel, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte, verlassen und bekam seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie der Richter Anthony Kelly anordnete.

Kelly hatte im ersten Teil der Verhandlung am Montag, in der die Anwälte von Djokovic ihre Sicht der Dinge darlegten, erklärt, er halte das Verhalten der Behörden für unverhältnismäßig. „Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?“, hatte Kelly gesagt.

Fall Novak Djokovic: Proteste in Serbien

Der Fall Djokovic sorgte seit Tagen für Wirbel weit über die Tennis-Szene hinaus. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise am Flughafen in Melbourne verweigert worden. Er konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung, auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen, vorlegen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hatte von einer „Belästigung“ Djokovics gesprochen, dessen Vater schlug bei Protesten in Belgrad noch schärfere Töne an. Der australische Premierminister Scott Morrison wehrte sich und betonte, dass niemand über dem Gesetz stehe.

Zur Entscheidung, dem Einspruch des Tennis-Stars, stattzugeben, trug der Ablauf der Ereignisse nach dem Eintreffen am Flughafen bei, wie Richter Kelly verdeutlichte. Um 5.20 Uhr am vergangenen Donnerstagmorgen sei Djokovic informiert worden, er habe bis 8.30 Uhr Zeit, sich zur Aufhebung des Visums zu äußern. Er sei aber ab 6.14 Uhr befragt worden, die Entscheidung sei um 7.42 Uhr gefallen - also zu früh.

Djokovic im Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv

Djokovic wurde in ein Hotel für Ausreisepflichtige gebracht. Der Serbe legte gegen die Entscheidung Einspruch ein. Laut den Gerichtsdokumenten gab die Seite von Djokovic an, dass dieser am 30. Dezember vom medizinischen Chef des australischen Tennisverbands eine Ausnahmegenehmigung erhalten habe.

Ein positiver Corona-Test aus dem Dezember 2021 sollte ihm doch noch zur Teilnahme an den Australian Open verhelfen. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden sein soll. Es traten jedoch etliche Ungereimtheiten auf. Erstmals war der Tennis-Ausnahmespieler während seiner heftig kritisierten Adria Tour im Juni 2020 positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Dokumente: Djokovic "nicht gegen Covid-19 geimpft"

Schon vor dem Ärger um die Australien-Einreise war sein Impfstatus monatelang ein Thema für Diskussionen gewesen. Der Tennisprofi hatte daraus ein Geheimnis gemacht und den Status als Privatsache bezeichnet, dieser ist nun aber geklärt. Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Djokovic in der Befragung durch einen Beamten des australischen Grenzschutzes angegeben habe, „nicht gegen Covid-19 geimpft“ zu sein. (fs/dpa/sid)

( dpa/sid )

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