US Open

Olympiasieger Alexander Zverev humorlos ins Viertelfinale

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Auf dem Weg zum großen Ziel: Alexander Zverev.

Auf dem Weg zum großen Ziel: Alexander Zverev.

Foto: AFP

Der Hamburger kommt seinem Titeltraum bei den US Open immer näher – mit einem Drei-Satz-Sieg gegen den Italiener Jannik Sinner.

New York. Humorlos ins Viertelfinale: Olympiasieger Alexander Zverev ist nach dem nächsten dominanten Auftritt bei den US Open nur noch drei Siege von seinem großen Traum entfernt. Der Tennis-Topspieler aus Hamburg erreichte durch einen 6:4, 6:4, 7:6 (9:7)-Erfolg gegen den Italiener Jannik Sinner zum insgesamt siebten Mal die Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier und hat weiter wild entschlossen seinen ersten Majortitel im Blick. „Es war von Anfang bis Ende ein Match auf hohem Niveau. Ich bin happy, dass ich ohne Satzverlust weiter bin und bin gespannt, was in dem Turnier noch drin ist“, sagte Zverev.

Der Vorjahresfinalist ließ gegen Sinner in den wichtigen Phasen nichts anbrennen, erarbeitete sich den 15. Sieg in Serie und trifft nunn auf den Südafrikaner Lloyd Harris, den Zverev zuletzt in Cincinnati auf dem Weg zum Turniersieg schlagen konnte. Einzig im dritten Durchgang wurde es eng, als Zverev insgesamt fünf Satzbälle abwehrten musste.

Spiel gegen Jannik Sinner auf hohem Niveau

„Ich habe im gesamten Match nur ein schlechtes Spiel gespielt, und das hat mich fast den dritten Satz gekostet. Das zeigt, auf welch hohem Niveau das Spiel war“, sagte Zverev bei Eurosport. Beim Stand von 5:6 im Tiebreak war zudem das Glück auf seiner Seite. „Da hatte er eine Vorhand einen Meter vorm Netz und hat die verschlagen. Ich habe mit seiner Hilfe ins Spiel zurückgefunden.“

Zverev kann somit weiter der zweite Profi nach Andy Murray 2012 werden, der im selben Jahr Olympia-Gold und den Titel in New York holt. Im Halbfinale könnte ihn gegen Tour-Dominator Novak Djokovic die maximale Herausforderung erwarten.

Angelique Kerber bereits ausgeschieden

Am späten Montagabend deutscher Zeit hat der Kölner Qualifikant Oscar Otte in einem weiteren deutsch-italienischen Duell gegen den Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini die Chance, Zverev zu folgen. Einzig 1994 standen in Michael Stich und Bernd Karbacher schon einmal zwei deutsche Profis im Viertelfinale in Flushing Meadows. Der Münchner Peter Gojowczyk war wie Topspielerin Angelique Kerber am Vortag im Achtelfinale gescheitert.

Zverev war sicher ins Achtelfinale marschiert und hatte einzig in der dritten Runde gegen den US-Amerikaner Jack Sock einen Satz abgegeben und einige Probleme offenbart. Gegen Sinner, da war sich der Weltranglistenvierte aber sicher, wartete eine große Herausforderung auf ihn. Als Teil der „NextGen“, der nächsten Generation, zählt die Nummer 16 der ATP-Rangliste zu den Shootingstars der Szene.

Zverev packt zu, als Sinner schwächelt

Entsprechend gewarnt startete Zverev ins Match. Der Weltranglistenvierte machte mit seinem Service Druck und packte zu, als Sinner kurz schwächelte. Das gleiche Muster wiederholte sich im zweiten Durchgang, als Zverev, der nicht immer mit seinem Vortrag zufrieden war und auch einmal seinen Schläger warf, zum 5:4 breakte. Sinner erspielte noch zwei Chancen zum Rebreak, konnte sie aber nicht nutzen.

Das Zwischenziel Viertelfinale vor Augen drückte Zverev nun aufs Tempo und nahm Sinner früh im dritten Satz mit einer krachenden Vorhand den Aufschlag ab. Sinner kämpfte sich noch einmal zurück und hatte insgesamt fünf Satzbälle, doch Zverev behielt die Nerven.

Sachen packen hieß es derweil für Angelique Kerber, die nach einem packenden Fight mit 6:4, 6:7 (5:7), 2:6-K.o. gegen die sensationell aufspielende 18-jährige Kanadierin Leylah Fernandez in der Runde der besten 16 ausgeschieden war. „Aber ich nehme sehr viele positive Dinge mit zu den nächsten Turnieren“, sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin, die trotz der Enttäuschung in New York in diesem Sommer beweisen konnte, dass mit ihr zu rechnen ist. (sid)

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