Olympia 2021

Belarussische Olympia-Sprinterin erhält polnisches Visum

Kristina Timanowskaja bei einem Wettkampf im Juni.

Kristina Timanowskaja bei einem Wettkampf im Juni.

Foto: imago images/GEPA pictures

Versuchte Verschleppung wird vermutet. Athletin steht noch unter Schutz der japanischen Polizei und bekommt nun Asyl in Polen.

Tokio. Die belarussische Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja hat in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum erhalten. Die Sportlerin, die nach Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden ihres Landes aus Japan entführt werden sollte, hatte sich dazu am Montag in Polens Vertretung in Tokio eingefunden. „Polen wird alles Nötige tun, um ihr bei der Fortsetzung ihrer sportlichen Karriere zu helfen“, schrieb Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Montag bei Twitter. Polen stünde „für Solidarität“, fügte der Spitzenpolitiker hinzu.

Neben Polen hatten auch Tschechien und Slowenien der 24-Jährigen, die ursprünglich bei den Olympischen Spielen antreten wollte, Asyl angeboten. Timanowskaja hatte in einem Video, das die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) am Sonntag veröffentlichte, erklärt, sie habe gegen ihren Willen aus Japan ausgeflogen werden sollen. Grund sei öffentliche Kritik an belarussischen Sportfunktionären gewesen.

Timanowskaja kann sportliche Karriere in Polen fortsetzen

Die Sprinterin hatte den Flug verweigert, sich an die japanische Polizei gewendet und dann die Nacht in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht. Nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees ist sie in einer „sicheren Umgebung“.

Polen bot Timanowskaja am Sonntagabend ein humanitäres Visum an. Sein Land sei bereit zu helfen, schrieb Przydacz bei Twitter. „Sie hat die freie Wahl, ihre sportliche Karriere in Polen fortzusetzen, wenn sie sich dafür entscheidet“, führte der Politiker weiter aus.

IOC-Sprecher Mark Adams bestätigte am Montagvormittag, Timanowskaja sei „sicher“, der Ringeorden habe erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.

( dpa/sid )

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