Olympische Spiele

Erste Coronafälle im olympischen Dorf: IOC in Erklärungsnot

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Die ersten Coronafälle haben das Athletendorf für die Olympischen Spiele erreicht. Während der olympischen Spiele wohnen die Athleten in Tokio im Hafenviertel Harumi.

Die ersten Coronafälle haben das Athletendorf für die Olympischen Spiele erreicht. Während der olympischen Spiele wohnen die Athleten in Tokio im Hafenviertel Harumi.

Foto: dpa

Die Corona-Sorgen reißen für die Olympia-Organisatoren nicht ab. Nun müssen sie auch die ersten Infizierten im Athletendorf vermelden.

Tokio. Corona erreicht zum ersten Mal die Athleten im Olympischen Dorf, selbst ein IOC-Mitglied sitzt in Quarantäne: Die Macher der Tokio-Spiele geraten erneut in Erklärungsnot.

Die Organisatoren der Sommerspiele bestätigten am Sonntag zwei Fälle bei Sportlern, die bereits in ihre Unterkünfte im Dorf eingezogen waren. Zwei Fußballer und ein Betreuer des südafrikanischen Teams waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle drei Betroffenen seien nun in Quarantäne, teilte Südafrikas Olympisches Komitee am Sonntag mit. Alle anderen Mitglieder des Teams seien zweimal negativ getestet worden, hieß es weiter. Die Südafrikaner versicherten, zuvor alle Corona-Regeln eingehalten zu haben.

IOC-Mitglied in ein Isolationsgebäude gebracht

Das britische Olympia-Team teilte am Sonntag mit, dass sechs Sportler und zwei Mitarbeiter als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Auf ihrem Flug nach Tokio hatte es einen Corona-Infizierten gegeben. Zudem wurden vom Olympia-Organisationskomitee sieben weitere Fälle bestätigt, darunter fünf lokale Mitarbeiter und ein Journalist. Das IOC teilte mit, dass sein Mitglied Ryu Seung-min, südkoreanischer Tischtennis-Olympiasieger von 2004, bei der Ankunft ebenfalls ein positives Ergebnis abgeliefert hat. „Er befindet sich im Isolationsgebäude“, sagte ein Sprecher: „Das IOC ist erleichtert, dass alle Protokollpunkte befolgt wurden und die Erkrankung aufgefallen ist.“

Es waren die ersten Corona-Fälle im olympischen Dorf, für das strikte Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus gelten. „Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige Fälle haben“, sagte IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi am Sonntag. Die Organistoren hatten zuvor die drei Fälle bestätigt, aber weder Nationalität noch Namen genannt.

DOSB-Virologin: "Jedes Studentenwohnheim kritischer"

Die Südafrikaner kämpfen zudem mit einem Corona-Ausbruch bei ihrem Rugby-Team. Im japanischen Trainingslager sei ein vierter Infektionsfall in der Mannschaft festgestellt worden, diesmal bei Trainer Neil Powell. Der Coach habe sich in eine Isolierstation in Kagashimo begeben. Keiner der vier Betroffenen dürfe derzeit mit dem Team trainieren oder Kontakt haben.

"Für mich ist es einer der am besten überwachten Bereiche, die wir weltweit haben werden", hatte Bärbel Gärtner, Virologin des Deutschen Olympischen Sportbundes, zuvor noch über das olympische Dorf gesagt. "Da ist jedes Studentenwohnheim kritischer", urteilte sie.

Coronafall im Vorbereitungscamp des Flüchtlingsteams

Nach Angaben des IOC sind in der ersten Juli-Hälfte von 15.000 aus dem Ausland eingereisten Akkreditierten 15 positiv auf das Virus getestet worden. "Das ist eine sehr niedrige Rate von 0,1 Prozent", rechnete IOC-Chef Thomas Bach vor. "Die Maßnahmen werden umgesetzt und sie funktionieren", sagte der 67-Jährige.

Trotz eines Coronafalls im Vorbereitungscamp rechnet IOC-Chef Bach fest mit dem Start des Flüchtlingsteams in Tokio. Er sei "sehr zuversichtlich", die 29 Athleten des Refugee Olympic Team in Japan zu sehen, sagte Bach am Samstag nach Beratungen der IOC-Exekutive. Weitere Fälle habe es im Trainingslager in Katar nicht gegeben, sagte Bach nun. "Wir sind über jeden positiven Fall und jeden engen Kontakt besorgt", beteuerte der 67-Jährige. (sid/dpa)

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