Fußball-EM

TV-Aufreger nach dem Italien-Drama: ARD erklärt sich

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Dominik Loth
Der Italiener Jorginho jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter. Als nächstes wird den  TV-Zuschauern Werbung präsentiert.

Der Italiener Jorginho jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter. Als nächstes wird den TV-Zuschauern Werbung präsentiert.

Foto: AFP

Der Italiener Jorginho verwandelt im EM-Halbfinale den Elfmeter zum Sieg. Kurz danach geht es in die Werbepause. Das sagt die ARD.

Essen. Auch nach 120 Minuten hatte das Spiel Italien gegen Spanien keinen Sieger. Das EM-Halbfinale musste ins nervenaufreibende Elfmeterschießen gehen. Jorginho schoss den viermaligen Weltmeister ins Finale am Sonntag in Wembley. Vom anschließenden Jubel der Tifosi sahen die TV-Zuschauer nicht viel. Statt berauschender Bilder nach der nervlichen Anspannung bekamen die Zuschauer in der ARD Werbespots präsentiert.

Wenige Sekunden nach dem italienischen Siegtreffer waren abrupt zwei Werbefilme des Online-Bezahlsyststems Alipay und der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways zu sehen. Im Netz entlud sich die Wut über den emotionslosen Wechsel ins Werbeprogramm. Viele Internetnutzer zogen den öffentlich-rechtlichen Sender zur Verantwortung.

Das sagt die ARD zur Werbeunterbrechung

Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt die ARD: "Bei den genannten Einspielern in einer Länge von 15 Sekunden handelt es sich nicht um Werbung, sondern um Programmsponsoring der Uefa, das den übertragenden Sendern von der Uefa weltweit vorgegeben ist. Es wurde im Anschluss an den letzten Elfmeter platziert, um in der Folge das Geschehen auf dem Platz ununterbrochen zeigen zu können", so eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion.

Die ARD darf gemäß Rundfunkstaatsvertrag keine Werbung nach 20 Uhr zeigen. Eine Ausnahme bildet jedoch das Sponsoring bei Großereignissen. Wann welches Sponsoring zu sehen sein soll, wird von der Uefa vorgegeben. Beim Spiel Italien gegen Spanien sollte es der ARD zufolge im Zeitfenster zwischen Spielende und Studiotalk zweimal ausgestrahlt werden.

Uefa nicht zum ersten Mal in der Kritik

Die Uefa steht bei dieser EM besonders in der Kritik. Dass die Unterbrechung ausgerechnet mit einem Werbespot von Qatar Airways geschah, passte für viele ins Bild. Katar, Gastgeber der kommenden WM, ist wegen der Menschenrechtslage umstritten. Die Uefa richtet zwar nicht die WM aus (sondern die Fifa), hat während der EM aber auch viel Unmut wegen des Umgangs mit Regenbogenfahnen auf sich gezogen. So wollte die Stadt München mit einer bunten Arena ein Zeichen für Vielfalt setzen, was die Uefa schließlich verbot. Auch die bunte Kapitänsbinde von DFB-Torwart Manuel Neuer wurde von der Uefa geprüft.

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