Radsport

Tour: Nächster Sieg von Cavendish - noch einer bis Merckx

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Strahlender Sieger: Der britische Radprofi Mark Cavendish.

Strahlender Sieger: Der britische Radprofi Mark Cavendish.

Foto: AFP

Der britische Sprint-Star rüttelt am Thron der Radsportlegende Eddy Merckx. Bei der Tour de France fährt er zu seinem 33. Tageserfog.

Valence. „King Cav“ rüttelt mit aller Macht am Thron des großen Eddy Merckx: Der britische Sprint-Star Mark Cavendish hat auch den dritten Massensprint der 108. Tour de France gewonnen und ist nur einen Sieg vom „ewigen“ Etappenrekord der belgischen Rad-Ikone entfernt. Im stürmischen Finale der 190,7 km langen 10. Etappe in Valence ließ der Mann im Grünen Trikot den Rivalen um Andre Greipel erneut keine Chance.

„Das war die alte Schule, wie man es im Radsport-Lehrbuch nachlesen kann“, sagte der grinsende Cavendish: „Ich hatte gutes Selbstvertrauen, dass es gut läuft, ich bin ein gesegneter Mann. Wir haben so gute Leute im Team dabei.“

Cavendish verwies am Dienstag die Belgier Wout Van Aert (Jumbo-Visma) und Jasper Philipsen (Alpecin-Fenix) auf die Plätze. Routinier Greipel (Israel Start-up Nation) belegte als bester Deutscher den siebten Rang.

Mark Canvendish: 33 Siege in Frankreich seit 2008

Cavendish hat seit 2008 nun 33 Tageserfolge bei der Frankreich-Rundfahrt erzielt – einen weniger als Merckx. Seinen jüngsten hatte er vor allem der herausragenden Vorarbeit seines Teams Deceuninck-Quick Step zu verdanken, das dem 36-Jährigen den Sprint mustergültig vorbereitet hatte. Dass Rivalen wie der Belgier Tim Merlier oder der Franzose Arnaud Demare das Rennen in den Alpen unfreiwillig beendet hatten, kam dem Briten zusätzlich entgegen.

Kaum Gefahr für die Führung in der Gesamtwertung ging für Tadej Pogacar von der weitgehend ruhig verlaufenen Etappe aus. Der slowenische Titelverteidiger rollte im Gelben Trikot mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Eddy Merckx bleibt gelassen

Merckx verfolgt Cavendishs Siegeszug derweil gelassen. „Das kostet mich keinen Schlaf. Rekorde sind da, um gebrochen zu werden“, hatte der 76 Jahre alte Belgier zuletzt gesagt. Viele seiner Bestmarken seien für Cavendish schließlich unerreichbar: „Mark Cavendish wird nie fünfmal die Tour de France gewinnen. Und er wird auch nie 96 Tage in Gelb fahren. Und was ist wohl das Wichtigste?“

Der Belgier Tosh Van Der Sande (Lotto-Soudal) und Hugo Houle aus Kanada (Astana-Premier Tech) begannen kurz nach dem Start in der Olympiastadt Albertville ihre wenig aussichtsreiche Flucht. Das Duo wurde an „der langen Leine“ gelassen, der Vorsprung vom Peloton kontrolliert. 36 Kilometer vor dem Ziel war die Flucht beendet.

Stürmisches Wetter bei der Etappe

Nach dem Zusammenschluss des Feldes erschwerte stürmisches Wetter im Departement Drome das Finale. Dunkle Wolken zogen am Himmel über Valence auf, starke Seitenwinde sorgten auch bei den Klassementfahrern für Hektik und teilten das Feld in mehrere Teile.

Cavendish wurde von seinem Team an der Spitze positioniert wurde, auch Greipel hielt sich in seiner Nähe auf und lauerte auf einen erneuten Triumph in Valence. Immerhin reichte es zur bislang besten Platzierung bei dieser Tour.

Deutscher Jonas Koch muss Tour de France abbrechen

Nicht mehr dabei war Jonas Koch, der als zweiter deutscher Radprofi ausstieg. Der 28-Jährige ging nach Angaben seines Teams Intermarche-Wanty-Gobert wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr an den Start.

Am Mittwoch kehrt einer der vier „heiligen Berge“ nach fünf Jahren zurück ins Tour-Programm - und wie. Die 198,9 km lange elfte Etappe führt gleich zwei Mal über den legendären Mont Ventoux. Das Ziel befindet sich aber nicht auf dem Gipfel des kahlen Riesen. Nach der zweiten Auffahrt nehmen die Fahrer noch die Abfahrt nach Malaucene. (sid)

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