Nationalmannschaft

Manuel Neuer: "Das hört sich alles etwas negativ an"

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Manuel Neuer, Kapitän der Nationalmannschaft

Manuel Neuer, Kapitän der Nationalmannschaft

Foto: AFP

Der DFB-Kapitän spricht über die Kritik an der Mannschaft, die neue Debattenkultur im Team und die Strategie gegen England.

Herzogenaurach. Kapitän Manuel Neuer ist mit der Darstellung der Nationalmannschaft bei der Fußball-EM nicht einverstanden. "Für mich hört sich das alles etwas negativ an, wie wir hier gerade nach dem Einzug ins Achtelfinale und vor einem Duell mit England sprechen. Für mich ist das bislang kein schlechtes Turnier von uns", antwortete Neuer in einem Interview des "Kicker", als ihm vorgerechnet wurde, dass die deutsche Mannschaft bei sieben Turnierspielen in Serie 0:1 in Rückstand geriet. Es sei in seiner Zeit beim DFB "nie so, dass wir in einem Turnier einen Durchmarsch hingelegt haben. Es gab immer Höhen und Tiefen während eines Turniers, und deshalb ist es für mich bislang ein Turnier wie alle vorausgegangenen auch - außer das vor drei Jahren in Russland."

Neuer: Brauchen defensiv mehr Stabilität

Neuer betonte allerdings auch, dass es in der K.o.-Phase der EM nun noch mehr auf defensive Stabilität ankommen werde. "Jetzt entscheidet jede Kleinigkeit, da müssen wir hellwach sein. Eine stabile Defensive ist jetzt elementar wichtig für unser Spiel", sagte der Torwart.

Das Achtelfinale gegen England am Dienstag (18 Uhr/ARD und MagentaTV) im Londoner sei "ein Etappenziel", aber "das ist nicht, was wir wollen. Wir geben uns mit der Achtelfinalteilnahme nicht zufrieden. Das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen noch mal in London spielen." Dort finden auch die Halbfinals und das Endspiel um den Titel statt.

Neuer begrüßt begrüßt neue gesellschaftliche Haltung der Nationalmannschaft

Manuel Neuer sieht darüberhinaus bei der Nationalmannschaft einen veränderten Umgang mit gesellschaftlich relevanten Themen und freut sich über die positiven Reaktionen auf seine Regenbogen-Binde. "Es war in der Vergangenheit oft so, dass wir uns politisch nicht so positioniert haben und stattdessen den Richtlinien, wie es immer gewesen ist, gefolgt sind. Jetzt hat - auch dank der sozialen Medien - jeder Einzelne mehr Einfluss, etwas zu bewegen", sagte Neuer.

"Wir möchten der Nationalmannschaft ein Gesicht geben und den Menschen zeigen, dass es außerhalb des Fußballs wichtige Dinge gibt, auf die wir hinweisen und hinter denen wir stehen", sagte Neuer. "Wir sind für viele Kinder und Jugendliche Vorbilder, und ich denke, dass wir da gerade ein positives Bild abgeben."

Mannschaftskapitän will Regenbogen-Binde weiter tragen

Seine Regenbogen-Binde will der Torwart bei dieser Fußball-EM weiter tragen und er freut sich über die Resonanz. "Ich finde es gut. Daran sieht man, wo wir stehen in unserer Gesellschaft, und dass wir 2021 in Mitteleuropa so weit sind, dass wir als offene, tolerante Gesellschaft eine solche Aktion als sehr positiv empfinden", sagte der 35-Jährige. "Eigentlich habe ich von unserer Bevölkerung nichts Anderes erwartet, und wir als Mannschaft können nur sagen, dass wir dafür sehr dankbar sind."

Neuer: Debatte über Kniefall im Team

Neuer zeigte sich zudem angetan vom Kniefall der englischen Nationalspieler, mit dem diese gegen Rassismus demonstrieren. "Grundsätzlich finden wir das sehr gut von der englischen Nationalmannschaft und von den Teams, die das in der Premier League auch machen. Wir kennen das in dieser Form aus der Bundesliga und aus unseren Länderspielen bisher so noch nicht", sagte er. "Wir sprechen in der Mannschaft darüber." Wie sich das DFB-Team verhalten will, sagte Neuer in dem Interview nicht. dpa)

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