DFB-Finale

Dortmund spielt Leipzig an die Wand und holt den Pokal

Lesedauer: 5 Minuten
Marian Laske
Der BVB ist nach dem 4:1 gegen RB Leipzig DFB-Pokalsieger.

Der BVB ist nach dem 4:1 gegen RB Leipzig DFB-Pokalsieger.

Foto: AFP

Borussia Dortmund gewinnt das DFB-Pokalfinale mit 4:1 (3:0). Der Revierklub machte schon vor der Pause alles klar.

Berlin. Links und rechts vom Marathontor des Berliner Olympiastadions, dort, wo normalerweise die Fans schreien, hatte Borussia Dortmund große Banner angebracht. Auf diesen wurden die Helden der vergangenen vier Pokaltriumphe des Vereins gehuldigt. Während die aktuellen Spieler am Donnerstagabend ein weiteres besonderes Kapitel zu der prallgefüllten Vereinsgeschichte hinzufügten.

Denn der BVB hat das DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig 4:1 (3:0) gewonnen. Schon zur Halbzeit führte der Klub aus dem Ruhrgebiet durch Treffer von Jadon Sancho (5., 45.) und Erling Haaland (28.) mit einem deutlichen Vorsprung. Der Borussia gelang zwar nicht alles, sie wurde teilweise von ihrem Gegner tief in die eigene Hälfte gedrückt. Trotzdem rauschte die Mannschaft von Trainer Edin Terzic, sobald sie den Ball kontrollieren konnte, über den Konkurrenten aus dem Osten Deutschlands hinweg.

Marco Reus bewirbt sich um Platz im EM-Kader

Nach einer lange rumpelnden Spielzeit, in der häufig an der Elf gezweifelt wurde, haben die Schwarz-Gelben nun ihren ersten Titel seit vier Jahren geholt. In den 90 Minuten verdeutlichten Sancho und Haaland, der trotz seiner Oberschenkel-Probleme rechtzeitig regenerierte, ihr großes Können. Aber auch Kapitän Marco Reus bewarb sich eindringlich für einen Platz im EM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Die Leipziger hingegen müssen sich damit abfinden, dass sie nicht den ersten Pokal in ihrer kurzen Vereinshistorie in die Stadt bringen.

Im Spiel näherten sie sich trotzdem zum ersten Mal dem gegnerischen Tor an. Kapitän Marcel Sabitzer schoss jedoch weit drüber (4.). Dann stibitzte Reus den Ball von Kevin Kampl, schon begann ein rasanter Dortmunder Angriff. Reus spielte auf Erling Haaland, der legte ab auf Mahmoud Dahoud. Und der 25-Jährige nutzte den Raum, um Jadon Sancho so freizuspielen, dass dieser relativ unbedrängt von der linken Seite im Sechzehnmeterraum die rechte Ecke anvisieren konnte.

Leipziger drängen, Trainer Nagelsmann als Anpeitscher

Der frühe emotionale Höhepunkt sorgte allerdings nicht dafür, dass die Borussia nun das Geschehen bestimmte. Die Leipziger drängten weiter vorne, angepeitscht von den grellen Schreien von Trainer Julian Nagelsmann, der im Sommer zum FC Bayern wechseln wird und sich mit einem Titel verabschieden wollte. Allerdings resultierten aus den Balleroberungen keine großen Chancen für RB.

Anders auf der anderen Seite. Leipzigs Hee-chan Hwang vermasselte eine Ablage. Reus passte direkt auf den sprintenden Haaland. Der Norweger drängte Dayot Upamecano ab, sodass der Verteidiger auf den Rasen klatschte. Die dadurch gewonnene Zeit reichte Haaland für einen überlegenen Abschluss in die linke Ecke (28.). Nur drei Minuten später hätte Dahoud fast den dritten schwarz-gelben Treffer erzielt.

Sörloth verpasst nur knapp den Anschlusstreffer

Leipzig blieb kurze Zeit im Spiel, Alexander Sörloth verpasste den Anschlusstreffer nur knapp. Sein Schuss klatschte ans rechte Außennetz (39.). Die Partie hätte in diesem Moment eine andere Wendung einschlagen können. Stattdessen wuchtete sich die Borussia kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal nach vorne. Haaland behauptete sich erneut gegen Upamecano, der den Stürmer nur foulen konnte. Bevor allerdings ein Pfiff ertönte, schickte Dahoud Reus alleine auf das Leipziger Tor zu. Der Kapitän legte quer auf Sancho. Der keine große Mühe mehr hatte, den Ball zum zweiten Mal an diesem Abend über die Linie zu befördern. Kurz stoppte der Videoassistent die schwarz-gelbe Euphorie, doch Reus stand bei Dahouds Pass nicht im Abseits.

Schon beim Halbzeitpfiff hatten die Dortmunder eine Hand am Pokal. Allerdings blieb Jude Bellingham in der Kabine. Für ihn zog sich Thorgan Hazard sein Trikot über. Auch Leipzig-Trainer Nagelsmann reagierte. Er brachte Yussuf Poulsen für Sörloth und Christopher Nkunku für Hwang. Vermutlich richtete er zudem deutliche Worte an seine Mannschaft, die sich noch einmal etwas vorgenommen hatte. Nkunku traf mit seinem ersten Ballkontakt direkt die Latte. Der BVB wurde passiver, in der 58. Minute scheiterte Nkunku an Torhüter Roman Bürki. Auf der Gegenseite rollte der Ball nach einer Grätsche von Hazard nur knapp am Tor vorbei (66.).

Erling Haaland entscheidet die Partie mit seinem zweiten Tor

Es wurde nun turbulent in Berlin. Dani Olmo rumste den Ball nach einem Fehler von Raphael Guerreiro in den linken Winkel (71.). Plötzlich spürte RB wieder Aufwind. Nur vier Minuten später hätte Olmo fast erneut getroffen, die Partie hätte kippen können. Leipzig presste, Leipzig drängte. Dortmund konterte. Und Erling Haaland entschied die Partie endgültig (87.). Der BVB hat jetzt weitere Pokalhelden, die er in Zukunft auf einem Banner huldigen kann.