Tennis

Davis-Cup-Qualifikation: Struff stark, Kohlschreiber wackelt

Spielte ein starkes Auftaktmatch: Jan-Lennard Struff.

Spielte ein starkes Auftaktmatch: Jan-Lennard Struff.

Foto: dpa

Aus der erhofften 2:0-Führung wurde nichts. Zwischen Deutschland und Weißrussland steht es nach dem ersten Tag der Davis-Cup-Qualifikation 1:1.

Düsseldorf. In Zeiten, in denen eine wenig erforschte Erkältungskrankheit Menschen auf der ganzen Welt zu Panikreaktionen hinreißt, darf auch im Sport nichts mehr sein wie sonst. Und so feierte Jan-Lennard Struff (29/Warstein/Nr. 34 der Weltrangliste), Anführer der deutschen Tennisherren, seinen 6:4, 6:4-Sieg gegen den Weißrussen Ilja Iwaschka (26/Nr. 138), mit dem er das Daviscup-Team beim Qualifikationsduell für die Endrunden-Teilnahme Ende November in Madrid am Freitagabend mit 1:0 in Front schlug, angemessen. Statt der obligatorischen Handshakes mit den Kollegen gab es die Ghetto-Faust als Zeichen der Wertschätzung. Und obwohl anschließend Philipp Kohlschreiber (36/Augsburg/Nr. 73) eine 6:4, 5:7, 6:7 (3:7)-Schlappe gegen Egor Gerassimow (27/Nr. 68) zum 1:1-Zwischenstand kassierte, bekam auch der Routinier die Fäuste der Teamkameraden gereicht.

Schwarze Schutzhandschuhe trugen die Ballkinder, die den Protagonisten die Handtücher hinterhertrugen. Und auch wenn diese Maßnahme ein Stück weit aktionistisch wirkte angesichts der Tatsache, dass den Spielern die Bälle ohne Schutz zugeworfen wurden, war klar: Der Ausbruch des Coronavirus hatte auch auf das Qualifikationsduell im Düsseldorfer Castello Auswirkungen.

Publikumsmagnet Alexander Zverev fehlt

Dass die ohnehin nur für 3200 Zuschauer ausgelegte Arena zu maximal zwei Dritteln gefüllt war, mochte ebenfalls der Sorge um Ansteckung geschuldet gewesen sein. Andererseits fehlt mit Alexander Zverev (22/Hamburg) nicht nur der beste deutsche Profi, sondern auch ein namhafter Gegner. Umso wichtiger war es, dass Struff seinem Auftrag gerecht wurde und die Favoritenrolle optimal bekleidete. „Ich bin sehr glücklich, dass ich dem Druck standgehalten und nicht nur den ersten Sieg geholt, sondern auch ein starkes Match gezeigt habe“, sagte Struff, der sich nach Problemen im ersten Satz in der entscheidenden Phase auf seinen Aufschlag verlassen konnte.

Weil Kohlschreiber wackelte, kann am Samstag (12 Uhr/sportdeutschland.tv) das Doppel Kevin Krawietz (27/Coburg) und Andreas Mies (29/Köln) gegen Gerassimow und Alexander Sgirowsky (18) noch nicht das Ticket nach Madrid buchen. Das wäre bei einem Sieg des deutschen Duos Struff gegen Gerassimow vorbehalten. Das letzte Einzel muss bei vorzeitiger Entscheidung nicht ausgetragen werden.