Handball

Handballer beenden EM als Fünfte: Jetzt geht es um Olympia

Julius Kühn war im letzten EM-Spiel Deutschlands bester Werfer.

Julius Kühn war im letzten EM-Spiel Deutschlands bester Werfer.

Foto: dpa

Die deutschen Handballer haben die EM mit einem Erfolg verlassen. Im Spiel um Platz fünf gegen Portugal gab es den erhofften Sieg.

Stockholm. Mit dem vielzitierten „guten Gefühl“, dem fünften Platz und dem Bewusstsein, nur gegen die beiden Finalisten Spanien und Kroatien verloren zu haben, treten die deutschen Handballer die Heimreise von der EM an. Im Spiel um Platz fünf gegen das Überraschungsteam aus Portugal gab es am Samstag in Stockholm beim 29:27 (14.13) den erhofften Sieg. Bester Werfer war Julius Kühn (Melsungen) mit sechs Treffern, viermal traf Johannes Golla (Flensburg).

„Für uns geht es darum, uns mit einem guten Gefühl aus dem Turnier zu verabschieden“, hatte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor der Partie versichert. Ein Sieg gegen Portugal, das wusste Hanning, „wird nicht einfach, aber wir werden alles geben. Auch eine Niederlage bringt uns nicht von unserem Weg ab.“

100. Länderspiel für Torhüter Andreas Wolff

Die deutsche Mannschaft ließ gegen die körperlich robusten Portugiesen keinen Zweifel daran, dass sie diese Partie unbedingt gewinnen wollte. Der in vielen Abwehrschlachten bewährte Kieler Innenblock mit Wiencek und Pekeler aber fehlte an allen Ecken und Enden, die Deckung organisierten stattdessen Paul Drux und Johannes Golla. Allerdings hatte die deutsche Abwehr insgesamt einige Abstimmungsprobleme und bekam vor allem das Spiel der Portugiesen mit dem immer gefährlichen Alexis Borgas nicht so recht in den Griff.

Im Tor begann Andreas Wolff, der zuletzt seinen Platz zwischen den Pfosten für Team-Oldie Johannes Bitter geräumt hatte und eine EM mit Licht und Schatten spielte. Gegen Portugal steigerte sich Wolff in seinem 100. Länderspiel noch einmal in eine gute Form, musste aber in der Schlussphase erneut für Bitter weichen, der mit einigen guten Paraden die für ihn überaus gelungene EM zu einem guten Abschluss brachte.

Nur gegen die Finalisten Spanien und Kroatien verloren

Im Angriffsspiel konnte die deutsche Mannschaft mit vielen Varianten überzeugen, und trotz der Schwächen in der entwickelte sich gegen schnelle und torgefährliche Portugiesen ein spannendes und unterhaltsames Spiel, in dem Deutschland in der ersten Halbzeit nicht einmal in Rückstand geriet. „Wir waren gut drin, haben immer geführt, nur die letzten Minuten haben wir die Portugiesen wieder rankommen lassen“, sagte Wiencek zur Pause am ARD-Mikrofon: „Wir müssen in der Abwehr noch ein bisschen mehr zupacken.“

„Generell haben sich im gesamten Turnierverlauf alle in den Dienst der Mannschaft gestellt“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Pause am ARD-Mikrofon. Man habe lediglich gegen die beiden Finalisten Spanien und Kroatien verloren, die „im Moment tatsächlich die internationale Spitze darstellen“.

Olympia-Qualifikation im April

Die Olympia-Qualifikation gegen Slowenien, Schweden und einen Afrika-Vertreter im April, bei dem Deutschland einen der beiden ersten Plätze belegen muss, macht Kromer keine Angst: „Wir wissen, dass wir mit diesen Mannschaften mithalten können.“ Außerdem könne man in Berlin „von einer Riesenkulisse ausgehen“. Wiencek ist ebenfalls zuversichtlich: „Ich glaube, man hat hier gesehen, dass wir ja doch ganz gute Handball spielen können.“ (sid)