DFB-Team

Löw vor Serbien-Duell: „Es wird auch mal Rückschläge geben“

Löw äußert sich auf der DFB-Pressekonferenz.

Löw äußert sich auf der DFB-Pressekonferenz.

Foto: Reuters

Der Bundestrainer hofft auf eine Rückkehr zur Normalität. Das Serbienspiel soll den Ernstfall gegen die Niederlande simulieren.

Wolfsburg. Man musste schon ganz genau hinschauen, um eine geschwollene Wange erahnen zu können. „Den Zähnen geht es wieder besser“, sagte Joachim Löw, und lächelte zum Beweis. „Nach der Wurzelbehandlung war alles ein wenig angeschwollen, deswegen musste ich am Montag noch einmal zur Nachuntersuchung. Aber jetzt ist wieder alles okay.“

Blieb nur die Frage, ob sich der Zustand des deutschen Fußballs genauso schnell wieder erholt wie Löws Zähne. „Wir stehen vor neuen Herausforderungen, vor einer neuen Zeit“, sagte der Bundestrainer am Dienstagmittag, als er in der Medien Lounge gegenüber der Volkswagen Arena, wo Deutschland an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) auf Serbien trifft, die Nation noch einmal auf die Rückkehr zur Normalität einschwören wollte. „Mit Kritik komme ich gut klar“, sagte Löw. „Wir haben den Finger intern ja immer wieder selbst in die Wunde gelegt.“

Eine ganze Handvoll hatte zuletzt auch DFB-Präsident Reinhard Grindel in die offene Nationalmannschaftswunde gelegt, ehe er diese dann später mit einem notdürftigen Pflaster verarzten wollte. „Was der Präsident da gesagt hat, das habe ich gar nicht als Kritik an meiner Person empfunden“, bekräftigte Löw in Wolfsburg. „In manchen Aussagen schwang ein bisschen Emotionen mit. Aber wir haben ein gutes Verhältnis.“

Drei Sätze, dann hatte Löw das Thema abgeräumt, das seit Tagen wie kein Zweites in Fußball-Deutschland diskutiert wird. „Ich kann den Schalter dann auch recht schnell auf Fußball umstellen“, bekräftige Löw, der dann auch durchaus Spaß zu haben schien, inhaltliche Dinge rund um seine Mannschaft zum Besten zu geben. Joshua Kimmich etwa werde auch weiterhin im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen („Daran wird sich nichts ändern“). Und Niklas Süle und Antonio Rüdiger sollen selbstverständlich den Ball von hinten heraus genauso sauber spielen, wie es die degradierten Mats Hummels und Jerome Boateng in ihren besten Tagen gemacht haben. „Es gibt keine neue Spielidee“, sagte Löw. Sehr wohl aber ein neues Personal, dem der Bundestrainer die nötige Zeit einräumen will: „Wir wollen den Spielern, die hier sind, unser absolutes Vertrauen entgegen bringen. Es wird auch mal Rückschläge geben. Jeder darf mal Fehler machen.“

Spielweise der Serben ähnelt Oranje

Gerne natürlich auch an diesem Mittwoch gegen Serbien. Weniger gerne dann beim Ernstfall am kommenden Sonntag gegen die Niederlande. „Die beiden Spiele ähneln sich“, stellte Löw fest. „Serbien ist von seiner Spielanlage und von seiner Idee her ähnlich wie die Niederlande. Die Serben sind auch technisch sehr versiert.“

Wie stark diese Serben tatsächlich sind, davon können sich Bundesligafans fast an jedem Wochenende überzeugen. So sticht aus der mutmaßlich besten serbischen Nationalmannschaft aller Zeiten vor allem der Eintracht-Frankfurt-Block mit Luka Jovic, Filip Kostic und Mijat Gacinovic heraus.

Dass der proklamierte Neustart ausgerechnet in der VW-Stadt Wolfsburg zum Stotterstart werden könnte, davor scheint Löw genauso wenig Angst wie vor Wurzelbehandlungen zu haben. „Ich bin seit 14 Jahren dabei. Ich glaube schon, dass ich mittlerweile mit Druck umgehen kann“, sagte Löw, zeigte noch einmal die weißen Zähne und verabschiedete sich. „Bis morgen.“

Voraussichtliche Aufstellungen:

  • Deutschland: ter Stegen – Ginter, Süle, Rüdiger – Kehrer, Kimmich, Kroos, Schulz – Sané, Werner, Reus.
  • Serbien: Dmitrovic – Rukavina, Milenkovic, Velkovic, Bogosavac – Maksimovic, Lukic – Tadic, Ljajic, Gacinovic – Mitrovic.