Handball-WM

Koreanisches Handball-Team soll aus Feinden Freunde machen

Vereint in Berlin: Spieler aus Nord- und Südkorea beim Training.

Vereint in Berlin: Spieler aus Nord- und Südkorea beim Training.

Foto: imago

Deutschland eröffnet gegen ein vereintes koreanisches Team die Handball-WM. Zwei Trainer müssen eine gemeinsame Taktik finden.

Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird dabei sein. Ebenso wie IOC-Präsident Thomas Bach. Und auch Innenminister Horst Seehofer hat zugesagt. Sie alle wollen Zeuge dieses geschichtsträchtigen Ereignisses am Donnerstag werden – wenn die deutsche Nationalmannschaft gegen ein vereintes Team aus Nord- und Südkorea die WM in Berlin eröffnet.

Koreas Handballer wissen um die Bedeutung der WM

Die kleine Handball-Nation soll dazu beitragen, dass aus Feinden Freunde werden. Die Idee dazu entstand allerdings nicht etwa in einem der koreanischen Verbände. Sie kam von Hassan Moustafa, Präsident des internationalen Handballverbandes (IHF). Auch der 74 Jahre alte Ägypter wollte sich gern das Image des Friedenstifters auferlegen – wie schon IOC-Präsident Thomas Bach bei den olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea.

Nun soll zum ersten Mal eine Handball-Mannschaft die scheinbar grenzenlose Freundschaft vorführen. Koreas Handballer wissen um die Bedeutung der nächsten Tage. Sie bemühen sich, die gewünschte Einheit zu demonstrieren. Auf dem Spielfeld trennt sie nur noch die Farbe der Schnürsenkel. Die roten, sie sind das Erkennungszeichen der Nordkoreaner. Am Anfang sei man sich „noch sehr fremd“ gewesen, mittlerweile aber „freundschaftlich miteinander verbunden“, wie Kapitän Jung Su Young bei einem öffentlichen Training vergangene Woche in Berlin sagte.

Die Zusammenarbeit wurde allein dadurch beeinträchtigt, dass zwei Trainer ihre Taktikvorstellungen vereinbaren, die fremde Spieler in nur zwei Wochen kennen lernen mussten. „Die Zeit hat ausgereicht, um die Stärken und Schwächen zu erkennen“, sagte Südkoreas Young Shin Cho. Der 51-Jährige ist der Cheftrainer des vereinten Teams.

Cho hat seinen gesamten südkoreanischen 16er-Kader zur Verfügung. Diesen musste er mit nur vier Spielern aus dem Norden, die Myong Chol Sin betreut, aufstocken. Insgesamt sind es 20 Spieler, statt wie in allen anderen WM-Teams nur 16. Eine Ausnahmeregelung.

„Es wird in jeder Partie ein nordkoreanischer Spieler dabei sein“, sagte Cho. Ein Versprechen, von dem sich die Initiatoren des vereinten Teams so viel mehr versprechen.