EM 2024

Deutsche EM-Bewerbung schneidet besser ab als türkische

DFB-Präsident Reinhard Grindel (r) übergab die Bewerbungsunterlagen für die EM 2024 an UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis, sowie ein Trikot mit der Rückennummer UEFA Euro 24.

Foto: dpa

DFB-Präsident Reinhard Grindel (r) übergab die Bewerbungsunterlagen für die EM 2024 an UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis, sowie ein Trikot mit der Rückennummer UEFA Euro 24.

Sechs Tage vor der finalen Entscheidung stellt die UEFA Deutschland ein gutes Zeugnis aus im Rennen um die Fußball-EM 2024.

Berlin. Deutschland wäre laut des UEFA-Evaluierungsberichts der geeignetere Gastgeber für die EM 2024. Die Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schneidet bei der Bewertung durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) deutlich besser ab als die des türkischen Verbands TFF. Die UEFA schreibt von einer "inspirierenden, kreativen und sehr professionellen Vision" des DFB, dessen Kampagne keine gravierenden Mängel aufweist.

"Der Bericht zeigt, dass wir unsere Arbeit in den vergangenen Monaten ernstgenommen haben und die UEFA unsere Stärken honoriert", sagte EM-Botschafter Philipp Lahm, der im Falle des Zuschlags zum Turnierchef aufsteigen würde: "Deshalb machen wir genauso weiter und heben die Transparenz und Nachhaltigkeit unserer Bewerbung hervor. Wir hoffen, dass wir gewinnen, denn Deutschland ist der richtige Ort für die Austragung der EM 2024."

Türkei: Fehlender Aktionsplan in Sachen Menschenrechte problematisch

In der türkischen Bewerbung sei dagegen das "Fehlen eines Aktionsplans in Sachen Menschenrechte problematisch", schreibt die UEFA. Zudem sieht der Dachverband die Gefahr, dass die geplanten öffentlichen Investitionen "infolge der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen" im Land "unter Druck" geraten könnten. Die Türkei steuert derzeit auf eine Wirtschaftskrise zu, die türkische Lira hatte zuletzt stark an Wert verloren.

Laut UEFA sollen und müssen in der Türkei aber mehrere Milliarden in die Infrastruktur investiert werden. Der Umfang der nötigen Arbeiten "birgt angesichts des gegebenen Zeitrahmens ein Risiko". Die versprochenen Steuergarantien seien außerdem "nicht vollständig" konform mit "den aktuell geltenden Gesetzen und Verpflichtungen nach geltendem internationalem Recht".

Deutsche Behörden streichen Steuerbefreiung

Bei der Bewertung der DFB-Bewerbung weist die UEFA darauf hin, dass "die deutschen Behörden die Steuerbefreiung gestrichen" haben und somit "etwaige Gewinne" zu versteuern wären. Im Gegensatz zur möglichen Ausrichtung in der Türkei müsste der Dachverband zudem Miete für die Stadien bezahlen. Die Preise seien aber "angemessen". Der DFB wirbt mit großen Fanfesten und insgesamt 2,78 Millionen Sitzplätzen für die 51 Spiele (Türkei: 2,49 Millionen).

"Der Bericht ist eine erste Bestätigung für unsere Arbeit der zurückliegenden Monate", sagte DFB-Bewerbungschef Markus Stenger: "Es freut uns, dass unsere in allen Bereichen transparente und faktenbasierte Bewerbung von der UEFA als inspirierend, kreativ und sehr professionell bewertet wird. Eine tolle Teamarbeit, an der alle unsere Partner aus Politik, Wirtschaft, Sport und der Zivilgesellschaft einen großen Anteil haben."

Das UEFA-Exekutivkomitee vergibt das Turnier am 27. September in Nyon. Voraussichtlich werden 17 Funktionäre abstimmen, die Wahl ist geheim. Die Exko-Mitglieder können, müssen aber nicht die Ergebnisse des Evaluierungsberichts in ihre Entscheidung einbeziehen. (sid)

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.