Gipfeltreffen

"Eng zusammen": DFL spricht Löw und Bierhoff Vertrauen aus

Bundestrainer Joachim Löw telefoniert auf dem Weg zum Krisengipfel in Frankfurt.

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Bundestrainer Joachim Löw telefoniert auf dem Weg zum Krisengipfel in Frankfurt.

DFL und DFB waren sich beim Gipfel anlässlich des WM-Debakels über einen Neuanfang mit Joachim Löw und Oliver Bierhoff einig.

Frankfurt. Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff können beim Neubeginn nach dem WM-Debakel auf die Rückendeckung der Bundesliga setzen. "Wir haben Joachim Löw und Oliver Bierhoff das Vertrauen ausgesprochen", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball nach dem Gipfeltreffen von DFB und DFL am Dienstag in Frankfurt.

DFB-Präsident Reinhard Grindel äußerte sich nach dem etwa dreistündigen Treffen in der DFL-Zentrale zuversichtlich. "Der DFB und die DFL ziehen an einem Strang. Das war der intensivste Austausch, den wir in der jüngeren Vergangenheit gehabt haben", berichtete Grindel. "Wir waren noch nie so eng zusammen."

Alle Beteiligten an dem Treffen waren sich darin einig, dass künftig die Trainerausbildung, die Nachwuchsleistungszentren und alle Nachwuchsmannschaften unterhalb der erfolgreichen U21 gestärkt werden müssen. Dies habe Löw in seinem dezidierten Vortrag deutlich gemacht. "Wir brauchen wieder echte Spezialisten auf manchen Positionen", sagte der Bundestrainer.

Heldt-Kritik an Grindel

Unterdessen kritisierte Manager Horst Heldt vom Bundesligisten Hannover 96 das öffentliche Vorgehen von Grindel im Hinblick auf das WM-Debakel. "Ich finde so eine Diskussion grundsätzlich richtig, halte es aber für falsch, dass der DFB-Präsident so eine Diskussion in die Öffentlichkeit trägt", sagte der 48-Jährige über den DFB-Präsidenten im Interview mit Sky Sport News HD.

Heldt halte es zwar für richtig, dass man über die Themen diskutiert, dies müsse jedoch "erst mal intern" geschehen. Anschließend könne man öffentlich "mit einem Ergebnis kommen". Zudem forderte der frühere Manager von Schalke 04, dass der DFB nun "agieren" müsse, statt nur davon zu reden.

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte Grindel die Distanz während der WM zwischen der Teamleitung und dem DFB-Präsidium kritisiert und dabei ein generelles Umdenken gefordert. Insbesondere forderte er von Teammanager Oliver Bierhoff einen detaillierteren Einblick in die Abläufe.

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