Nationalmannschaft

DFB-Chef Grindel distanziert sich von Bierhoff

DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Oliver Bierhoff (l.).

DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Oliver Bierhoff (l.).

Foto: dpa

Nach dem WM-Aus hat DFB-Präsident Reinhard Grindel in einem "Bild"-Interview die Konzepte von Manager Oliver Bierhoff infrage gestellt.

Essen. Im Mai 2015 präsentierte der damalige DFB-Manager und heutige DFB-Direktor Oliver Bierhoff mit einer Powerpoint-Präsentation den neuen Slogan für das Nationalteam. Er lautete simpel "Die Mannschaft". Der Markenkern würde auf den Begriff gebracht, eine "Wort-Bild-Marke" geschaffen.

DFB-Chef Grindel gesteht Fehler im Umgang mit Özil

Knapp dreieinhalb Jahre später steht der so lange von allen geförderte Slogan vor dem Aus - offiziell verkündet von DFB-Präsident Reinhard Grindel in einem Interview mit "Bild am Sonntag". "Ich nehme wahr, dass an der Basis der Begriff ,Die Mannschaft' als sehr künstlich empfunden wird. Das sollten wir auf den Prüfstand stellen", erklärte Grindel.

Doch nicht nur damit stellt er die Konzepte seines leitenden Angestellten Bierhoff infrage. Während der WM hätte das DFB-Präsidium von Bierhoff nicht genug Einblick in die Abläufe erhalten. Weitere Dinge, die Grindel von Bierhoff fordert: "Wir müssen eine größere Nähe zu den Fans bekommen. Ich denke da an mehr öffentliche Trainingseinheiten, niedrigere Ticketpreise." Dinge, die Bierhoff anstoßen müsste. Der künftige Leiter der DFB-Akademie und der neue DFB-Sportdirektor würden Bierhoff entlasten. Und, an Bierhoff gerichtet: "Er muss in den nächsten Monaten selbst überprüfen, ob er das alles leisten kann, das haben wir so auch verabredet."

Grindel gab zudem erneut Fehler im Umgang mit dem zurückgetretenen Mesut Özil zu. "Ich hätte mich angesichts der rassistischen Angriffe an der einen oder anderen Stelle deutlicher positionieren und vor Mesut Özil stellen müssen. Da hätte ich klare Worte finden sollen. Dass er sich da vom DFB im Stich gelassen fühlte, tut mir leid", sagt Grindel.

Lob für Ilkay Gündogan

Özils Vorwurf, Grindel hätte ihm allein die Schuld an den schlechten Leistungen bei der WM in Russland gegeben. "Das ist nicht richtig", sagt Grindel. Aber im Gegensatz zu Özil hätte sich Ilkay Gündogan nach den Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan klar geäußert. "Ich hätte mir das auch von Özil gewünscht, weil ich aus Gesprächen mit Fans weiß, dass auch sie dazu Fragen hatten", so Grindel.

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