Tennis

Davis Cup wird reformiert - kaum Heimspiele in Deutschland

Alexander Zverev muss sich auf eine neue Form des Davis Cups einstellen.

Alexander Zverev muss sich auf eine neue Form des Davis Cups einstellen.

Foto: Reuters

Tennis-Teamwettbewerb Davis Cup wird ab 2019 in einem einwöchigen Turnier ausgespielt. Deutschland hatte sich gegen die Pläne gewehrt.

Essen/Orlando. Der seit Jahren gerade bei den Spitzenspielern umstrittene Davis Cup wird 2019 reformiert. Der Widerstand großer Tennis-Nationen wie Deutschland, Australien und Großbritannien reichte bei der Delegiertenversammlung des Weltverbandes ITF in Orlando/Florida nicht aus, um die nötige Zweitdrittel-Mehrheit für eine grundlegende Reform zu verhindern. Statt an vier Wochenenden im Jahr wird der 118 Jahre alte Davis Cup nun in einem einwöchigen Turnier im November ausgetragen. Und in einer Vorrunde im Februar. Heimspiele für Deutschland wird es dann kaum noch geben.

Offenbar ist die Tennisanlage von Milliardär Larry Ellison in Indian Wells/Kalifornien für das Nationenturnier im November favorisiert. Turnierdirektor des Masters dort im März ist Ex-Profi Tommy Haas.

18 Nationen sollen beim neuen Davis-Cup-Format dabei sein. Startanreiz für die Stars dürfte ein lukrativer Vertrag mit der Investmentgruppe Kosmos sein, zu deren Gründern der ehemalige spanische Fußball-Weltmeister Gerard Pique gehört. Rund 2,7 Milliarden Euro soll die Gruppe für einen Kontrakt über 25 Jahre in Aussicht gestellt haben.

„Es wurde nur über Geld geredet“

„Das ist eine Menge Geld für den Verband“, sagt Dietloff von Arnim, der langjährige Turnierdirektor des 2012 nach 35 Jahren eingestellten World Teams Cup im Rochusclub Düsseldorf, gegenüber dieser Redaktion. „Auf der anderen Seite haben viele Tennisfans noch weniger Chancen, ihre besten Spieler im eigenen Land zu sehen.“ ATP-Turniere laufen derzeit nur in 29 Ländern.

Der Deutsche Tennis-Bund (DTB) machte zuletzt mit dem Davis Cup zwar keinen Gewinn. Die Enttäuschung über die Entscheidung in Orlando war trotzdem groß. „Es wurde nur über Geld geredet, aber nicht über den Sport“, erklärte DTB-Präsident Ulrich Klaus. Kleinere Reformen – zwei statt drei Gewinnsätze, ein festgelegter Spielbelag, eine Turnierrunde nur alle zwei Jahre – hätte der DTB durchaus befürwortet.