Torjubel gegen England

Sportfoto des Jahres? Kroaten begraben Fotografen unter sich

Keine alltägliche Perspektive: Der AFP-Fotograf Juri Cortez fand sich im WM-Halbfinale plötzlich unter einer kroatischen Jubeltraube wieder.

Keine alltägliche Perspektive: Der AFP-Fotograf Juri Cortez fand sich im WM-Halbfinale plötzlich unter einer kroatischen Jubeltraube wieder.

Foto: CARL RECINE / REUTERS

Mario Mandzukic bescherte Kroatien den historischen Einzug ins WM-Finale. Beim Jubel spielten sich ungewöhnliche Szenen ab.

Berlin.  Kurz nach dem 2:1-Tor des Kroaten Mario Mandzukic, der das Team damit erstmals in ein WM-Finale schoss, stürmten seine Mitspieler auf den Torjäger zu und begruben ihn unter einer Spielertraube. Erst Sekunden später wurde klar: Sie hatten dabei am Spielfeldrand auch den Fotografen Juri Cortez mit dessen Ausrüstung begraben.

Der AFP-Fotograf Cortez reagierte sofort und knipste eifrig Fotos aus der ungewöhnlichen Perspektive. In den sozialen Medien feiern einige Nutzer das Bild schon als „Sportfoto des Jahres“. „Ich habe gerade die Linse an meiner Kamera gewechselt, als sie auf mich zugelaufen kamen“, sagte der Fotograf, der ganz in der Nähe der Werbebande in unmittelbarer Nähe zum Spielfeldrand positioniert war.

Cortez weiter: „Sie kamen immer näher und brachten mich zu Fall, das war Wahnsinn, sie waren überglücklich. Und plötzlich wurde ihnen klar, dass ich unten drunter lag.“

Der kroatische Abwehrspieler Domagoj Vida sorgte sich anschließend offenbar um das Wohlbefinden des Agenturfotografen – und drückte ihm ganz zärtlich einen Kuss auf die Schläfe.

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Kroatien (1)

Telefon stand nicht mehr still

Am frühen Donnerstagmorgen war der Rückflug für Cortez nach Mexiko gebucht. „Ich habe ihm gesagt, er solle später fliegen, weil die Resonanz unglaublich war und das Telefon nicht mehr still stand. Aber er war bereits beim Boarding“, sagte der Chefkoordinator bei AFP für die WM, Vincent Amalvy, dem SID.

Sein Wunsch war es, den Fotografen noch zum nächsten Training der Kroaten vor dem WM-Finale gegen Frankreich am Sonntag zu schicken. Durch den Abflug nach Mexiko konnte dies aber nicht in die Tat umgesetzt werden. Amalvy: „Ich gehe davon aus, dass er in Mexiko nach der Ankunft von Fernsehteams und weiteren Journalisten empfangen wird.“ (les/sid)

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