Wegen Corona-Krise

Bundesregierung rät von nicht notwendigen Auslandsreisen ab

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rät wegen der Corona-Krise von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rät wegen der Corona-Krise von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab.

Foto: dpa

Bisher hatte die Bundesregierung nur von Reisen in wenige besonders stark vom Coronavirus betroffene Länder abgeraten. Jetzt gilt die Empfehlung pauschal für alle Auslandsreisen. Der Grund: Es wird immer schwieriger, nach Deutschland zurückzukommen.

Berlin. Die Bundesregierung rät wegen der Corona-Krise von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab. "Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch", schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zur Begründung auf Twitter.

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts heißt es weiter, es sei mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen des Luft- und Reiseverkehrs, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen. Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften würden teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung erfolgen. Davon seien derzeit zahlreiche Reisende in mehreren Ländern betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert.

Bisher hatte das Auswärtige Amt wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nur von Reisen in besonders betroffene Länder wie Italien oder Iran abgeraten. Eine Reisewarnung gibt es bisher nur für die chinesische Region Hubei, von wo aus sich das Virus ausgebreitet hatte. Reisewarnungen werden nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen und sind daher selten. Sie können eine kostenfreie Stornierung von Reisen ermöglichen.

In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Länder ihre Grenzen für Reisende aus Deutschland dicht gemacht, unter anderem drei der acht direkten Nachbarn: Dänemark, Polen und Tschechien. Aber auch die USA, die Türkei, die EU-Partner Rumänien und Zypern sowie mehrere weitere Länder haben Einreiseverbote für Personen aus Deutschland verhängt, das inzwischen zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern gehört. In anderen Ländern wie Israel, Australien, Russland oder China müssen Einreisende aus Deutschland 14 Tage in Quarantäne.

Auch die Rückreise aus einigen Ländern wird immer schwieriger. Marokko zum Beispiel hatte am Sonntag bis zum 31. März alle Flugverbindungen von und nach Deutschland eingestellt. Auch die Fähren nach Europa fahren nicht mehr. Mit Fahrzeug kann man laut Auswärtigem Amt nur noch über die spanische Exklave Ceuta aufs spanische Festland gelangen. Das Ministerium und die deutsche Botschaft in Rabat arbeiten nun mit den Reiseveranstaltern und den EU-Partnern mit Hochdruck daran, Rückreisemöglichkeiten zu schaffen. Die karibische Ferieninsel Dominikanische Republik setzt ab Montag für einen Monat alle Flüge von und nach Europa aus.