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Aldi-Smartphone für 80 Euro: Das kann das neue Günstig-Handy

Das neue Smartphone von Aldi.

Das neue Smartphone von Aldi.

Foto: Sreenshot Aldi / Screenshot Aldi

Aldi Nord bewirbt aktuell das neue Alcatel 1V zum Tiefpreis. Warum man die knapp 80 Euro trotzdem besser in andere Modelle steckt.

Berlin. Seit dem 13. Januar verkauft der Discounter das Smartphone Alcatel 1V (2019) in seinen Filialen. Die 79,99 Euro sind ein echter Kampfpreis. Obendrein erhalten Käufer 10 Euro Startguthaben für den Aldi-eigenen Prepaid-Tarif Aldi Talk.

Für Käufer mit bestehendem Mobilfunk-Vertrag oder eigener Prepaid-Karte ist das Guthaben uninteressant. Die eigene SIM-Karte lässt sich im Nano-Format weiter nutzen. Knapp 80 Euro für ein Smartphone dürften für viele interessant klingen. Das neue Aldi-Smartphone lohnt sich bei genauer Betrachtung dennoch nicht.

Design des neuen Aldi-Smartphones Alcatel 1V: Schön ist anders

Klar: Für 80 Euro darf man beim Design keine modernen Spielereien, edle Aluminiumrahmen oder gebogene Displayränder erwarten. Doch was Aldi Nord mit dem Alcatel 1V an den Kunden bringen möchte, ist für selbst für absolute Einsteiger Magerkost.

Das 130 Gramm schwere Gerät kommt in Grau daher, wirkt ziemlich dick und bekam vom Hersteller oben und unten recht breite Displayränder verpasst – schön und modern ist anders. Die Seitentasten (darunter eine eigene Taste für den Google Assistant) sind ausnahmslos rechts angebracht und dürften sich gut bedienen lassen. Kamera und Blitz auf der Rückseite stehen leicht heraus. Hier orientiert sich Alcatel an den meisten günstigen Smartphones auf dem Markt. Über Geschmack lässt sich streiten. Doch auch inhaltlich ist das neue Aldi-Smartphone an zu vielen Stellen abgespeckt.

Alcatel 1V mit deutlichen Abstrichen: Das steckt drin im neuen Aldi-Smartphone

Das Display des 5,5 Zoll großen Alcatel 1V ist fällt unterdurchschnittlich aus. Mit 480 x 960 Pixeln im 18:9-Format erreicht es nicht einmal HD-Auflösung.

Angetrieben wird das Alcatel von einem Achtkern-Prozessor mit maximal max. 1,6 Gigahertz. Diesem Prozessor vom wenig bekannten Hersteller Unisoc stellt Alcatel allerdings nur schwache 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Flottes Arbeiten und schnelle App-Wechsel darf man damit nicht erwarten.

Surfen, Videos schauen und einfache Smartphone-Spiele sollten klappen, wenn auch nicht immer flüssig. Der interne Speicher fällt mit nur 16 Gigabyte ebenfalls spärlich aus, zumal das Betriebssystem Android 9 (in der Go-Version für leistungsschwache Geräte) von vornherein Speicher belegt. Immerhin können Käufer den Speicherplatz mit einer zugekauften Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

Die Akku-Leistung befindet sich dem Preis entsprechend eher am unteren Ende der Skala vergleichbarer Modelle. Die 2.460 Milliamperestunden sind kein Kraftpaket. Allerdings verbraucht das Alcatel 1V aufgrund seiner eher mauen Display-Auflösung und dem kleinen Arbeitsspeicher weniger Akku.

Kamera höchstens für Schnappschüsse

Die Kamera auf der Rückseite sollte höchstens für Schnappschüsse taugen. Naturgemäß darf man bei Smartphones unter 100 Euro keinen Ersatz für die Digitalkamera erwarten. Das gilt auch für das Aldi-Handy: Haupt- und Frontkamera lösen mit 5 Megapixeln auf. Im Dunkeln dürfte die Kamera unbrauchbar sein. Positiv ist die Unterstützung von Face Unlock. Wie gut die Gesichtsentsperrung funktioniert, kann nur ein Test zeigen.

Unterwegs im Internet surfen lässt sich mit dem Alcatel per LTE im heute verbreiteten 4G-Netz. Für das Surfen im WLAN steht nur der Standard b/g/n bereit, aktuelle Smartphones bieten hier mehr. Auch die Bluetooth-Version 4.2 für Drahtlos-Verbindungen ist nicht auf dem aktuellen Stand. Ein NFC-Chip, etwa für das mobile Bezahlen, ist nicht an Board.

Hinter der französischen Marke Alcatel steckt seit 2005 der chinesische Hersteller TCL. Über Aldi Nord scheint der Konzern nun sein Vorjahres-Sortiment nochmals unter die Leute bringen zu wollen. Die Aldi-Variante entspricht der 2019-Version des Modells – und selbst diese wurde nochmal abgespeckt im Vergleich zur Standardversion. Sie enthält etwa keinen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und statt der ursprünglichen 8-Megapixel-Hauptkamera nur 5 Megapixel.

Besser woanders zuschlagen – oder auf nächstes Aldi-Smartphone warten

Wenn Sie diese Woche zu Aldi gehen: Belassen Sie es lieber bei Käse, Obst und Hundefutter – und lassen Sie das neue Aldi-Smartphone Alcatel 1V in der Multimedia-Ecke liegen. Das absolute Einsteiger-Smartphone ist zwar extrem günstig. Käufer müssen aber technisch zu viele Abstriche hinnehmen.

Besonders Arbeitsspeicher und Display sind nicht zeitgemäß. Im Alltag wird mit dieser Ausstattung wenig Freude aufkommen. Ordentliche Fotos sind bei unter 100 Euro ohnehin nicht zu erwarten. Wem ein Smartphone für unter 100 Euro genügt, selbst als Zweitgerät, der sollte sich Modelle anderer Hersteller wie Xiaomi oder Nokia genauer ansehen – oder einfach auf das nächste Aldi-Smartphone warten.

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