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Steuererklärung 2019: Spar-Tipps auf den letzten Drücker

Muss ich eine Steuererklärung machen?

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Wer die Steuererklärung 2019 noch nicht abgegeben hat, sollte nun handeln. Die Frist endet am 31. Juli. Die wichtigsten Steuertipps.

Berlin. Wer seine Steuererklärung für 2019 bislang vor sich hergeschoben hat, sollte sich nun langsam aufraffen. Denn die Frist endet am 31. Juli. Mit ein wenig Geschick lässt sich die Steuerlast mitunter ordentlich drücken - und Sie bekommen mehr Geld vom Finanzamt zurück.

Wer schlau ist und das Steuersparpotenzial möglichst ausschöpfen möchte, denkt daran, Ausgaben für Job, Handwerker, Gesundheit und Co. anzugeben. Pauschbeträge bei Werbungskosten und Sonderausgaben oder Eigenanteil bei den Krankheitskosten? Wir zeigen Ihnen, welche Tipps Sie für die Steuererklärung 2019 beachten sollten.

Steuererklärung 2019: Diese Tipps sind viel Geld wert

1. Werbungskosten von der Steuer absetzen

Das Finanzamt gestattet Arbeitnehmern einen Pauschbetrag von 1000 Euro im Jahr, auch wenn die tatsächlichen Ausgaben für Werbungskosten – etwa für Fortbildungen, Fachbücher oder Berufskleidung – geringer sind. Da dieser aber schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt wird, kann nur derjenige zusätzlich Steuern sparen, dessen Ausgaben höher sind als jene 1000 Euro.

Seit 2018 lassen sich teure Arbeitsmittel wie Laptop oder Smartphone bis zu einem Kaufpreis von 952 Euro brutto sofort von der Steuer absetzen. Früher musste man die Kosten auf mehrere Steuererklärungen verteilen. Die 1000-Euro-Grenze ist nun also schneller zu erreichen.

Aber auch wer die 1000-Euro-Grenze bereits geknackt hat – etwa weil er 15 Kilometer von zu Hause bis ins Büro fährt und damit bereits durch die Pendlerpauschale auf 1035 Euro kommt - sollte hellhörig werden. Denn jede weitere jobbedingte Ausgabe bringt nun Steuerersparnis.

2. Handwerksarbeiten in der Steuererklärung angeben

Holt man sich Experten ins Haus, um zu tapezieren, die Terrasse zu erneuern oder den Dachboden auszubauen, erhält man dafür Steuerermäßigungen. Bis zu 1200 Euro werden direkt von der Steuerschuld abgezogen.

Wann der Handwerker kommt, ist dabei egal. Wichtig für die Steuererklärung ist, wann die Rechnung beglichen wurde. War der Termin also erst für 2020 angesetzt, wurde die Leistung aber schon 2019 im Voraus gezahlt, können die Kosten geltend gemacht werden. Das gilt auch für anteilige Abschläge, wenn die Arbeiten 2019 begonnen, aber nicht abgeschlossen wurden,.

3. Krankheitskosten in der Steuererklärung

Krankheitskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen. Einen bestimmten Teil von ihnen hält der Gesetzgeber für zumutbar. Wie hoch dieser Eigenanteil ist, hängt von Einkommen und Familienstand ab und davon, ob und wie viele Kinder man hat. Ein Rechner dafür findet sich zum Beispiel beim Bayerischen Landesamt für Steuern.

Alles darüber hinaus mindert die Steuerlast. Dazu zählen etwa auch Hilfsmittel wie Brille oder Zahnspange fürs Kind. Lesen Sie hier: Was Eltern absetzen können.

Als Krankheitskosten anerkannt sind Arzneien, Hilfsmittel und Therapien, die vom Arzt verordnet sind. War man in Kur oder in psychotherapeutischer Behandlung, kann auch das geltend gemacht werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass diese vom Amtsarzt oder dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen attestiert wurden.

4. Hochzeiten bringen viel Geld

Der Klassiker unter den Steuertricks, aber immer noch wirkungsvoll. Vor allem wenn sich die Einkommen stark unterscheiden. Denn selbst wer nur am letzten Tag des Jahres verheiratet war, profitiert auch für die übrigen 364 Tage vom Splittingtarif.

Weniger bekannt ist hingegen ein Tipp, den Stiftung Warentest verrät: Den Splittingtarif bekomme auch, wer zunächst offiziell getrennt gelebt habe, vor Silvester aber wieder ebenso offiziell zusammengezogen sei. Ernsthafte Versöhnungsabsicht vorausgesetzt. Lesen Sie hier: Diese fünf typischen Fehler kosten bei der Steuererklärung viel Geld.

5. An Spenden denken

Wer an gemeinnützige Organisationen spendet, hat sogenannte Sonderausgaben. Sie werden bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte des Spenders steuerlich berücksichtigt.

Bis zu einem Wert von 200 Euro reicht dem Finanzamt der Kontoauszug. Für alles darüber hinaus braucht es Spendenquittungen. Gut zu wissen: Nicht nur Geldspenden zählen, sondern auch Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug. Handelt es sich bei Sachspenden um Neuware, gibt man einfach den Rechnungsbetrag an, bei Spenden von gebrauchten Waren orientiert man sich bei seinen Angaben am aktuellen Marktwert.

6. Wann Ausgaben in der Steuererklärung angeben

Generell gilt: Wer viel verdient, kann auch viel sparen. Daher ist dieser Tipp vor allem für künftige Steuererklärungen interessant. Fällt das Einkommen im kommenden Jahr höher aus als in diesem, ist es schlauer, Ausgaben, die sich verschieben lassen, auch erst 2021 zu tätigen und in der Steuererklärung 2021 anzugeben. Erwartet man hingegen ein sinkendes Einkommen, sollte man das Geld besser noch 2020 ausgeben und in der Steuererklärung für dieses Jahr geltend machen.

Wer es genau wissen will: Der Grenzsteuersatzrechner der Stiftung Warentest zeigt, wie viele Steuern man durch zusätzliche Ausgaben sparen kann.

7. Geförderte Altersvorsorge ausreizen

Wer riestert - ob für die Rente oder fürs Wohnen - erhält vom Staat Zulagen bis zu 175 Euro im Jahr, plus 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder oder 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. Voraussetzung vor die volle Zulage ist, dass man mindestens 4 Prozent seines rentenversicherungspflichten Einkommens (inklusive der Zulagen) überweist - maximal 2100 Euro. Als Berechnungsgrundlage gilt das Gehalt des Vorjahres.

8. Steuerklassen optimieren

Wer verheiratet ist und sich entweder Eltern- oder Arbeitslosengeld anbahnt, sollte prüfen, ob er schon in der optimalen Steuerklasse steckt: der Steuerklasse III. Dann in dieser ist das Nettoeinkommen, das als Basis für die Berechnung verwendet wird, am höchsten.

Für die Steuererklärung 2019 ist eine Änderung allerdings nicht mehr möglich. Ehe- und eingetragene Lebenspartner können ihre Steuerklasse in der Regel einmal im Jahr bis zum 30. November ändern.

Werdende Mütter sollten ebenfalls im Hinterkopf haben, dass sie nur bis sieben Monate vor dem Kalendermonat wechseln können, in dem ihr sechswöchiger Mutterschutz beginnt. Das bedeutet, dass sie schon kurz nach Start der Schwangerschaft handeln müssen.

Weitere Informationen zur Steuererklärung

An eine Steuererklärung werden vor allem Arbeitnehmer denken. Doch durch die gestiegenen Renten sind auch viele Rentner zur Steuererklärung verpflichtet. Allerdings muss nicht jeder eine Steuererklärung machen: Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist. Alle wichtigen Fragen zum Thema beantworten wir hier: Steuererklärung 2019: Was man jetzt wissen muss.