Kohleausstieg

Umweltministerin glaubt nicht an steigende Strompreise

Kohleausstieg: Regierungskommission legt Einigung vor

Bis zum Jahr 2038 soll der Ausstieg vollzogen sein. Kritikern ist das viel zu spät. Am Samstagmorgen trat der Vorsitzende der Kommission vor die Journalisten.

Kohleausstieg: Regierungskommission legt Einigung vor

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Führt der Kohleausstieg zu höheren Preisen und Entlassungen? Svenja Schulze ist zuversichtlich, dass das nicht passiert.

Berlin.  Bundesumweltministerin Svenja Schulze sieht die Ergebnisse der Kohlekommission als ein international gutes Signal. Die SPD-Politikerin ist optimistisch, dass der bis 2038 geplante Kohleausstieg keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Strompreise und die Beschäftigung in den betroffenen Regionen haben wird.

Deutschland soll spätestens 2038 aus der Kohleenergie aussteigen. Ist die Empfehlung der Kohlekommission im Sinne des Klimaschutzes?

Svenja Schulze: Ja, 2038 soll die Kohleverstromung in Deutschland beendet sein. Und 2032 soll überprüft werden, ob es auch schon im Jahr 2035 geht. Das ist ein wichtiges Ergebnis für den Klimaschutz, ich bin wirklich zufrieden mit der Arbeit der Kommission.

Die Mitglieder haben hart gerungen und am Ende einen Weg beschrieben, wie Deutschland seine Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen im Energiebereich erreichen kann. Das ist auch international ein gutes Signal.

Viele Länder schauen auf uns, sie wollen wissen, wie wir den Ausstieg aus der Kohle hinkriegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ein starkes Industrieland wie Deutschland die Energiewende schaffen und dabei noch stärker und moderner werden kann.

Sind die Interessen der Beschäftigten in den Kohleregionen – gerade in Nordrhein-Westfalen – ausreichend berücksichtigt?

Schulze: Als sozialdemokratische Umweltministerin denke ich nicht nur an unsere globale Verantwortung für das Klima, sondern auch an die Kumpel in den Revieren und ihre Familien. Sie haben unser Land mit harter Arbeit reich und energiesicher gemacht.

Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir deren Erfahrungen und Kompetenzen auch nach dem Ende der Kohleverstromung.

Die Lausitz und das Rheinische Revier werden Energieregionen mit guten Jobs und verlässlichen Rahmenbedingungen bleiben – nur eben nicht mehr mit der Kohle, sondern mit neuen, regenerativen Energien, Klimaschutz- und Speichertechnologien.

Was bedeutet der Fahrplan für die Energiepreise?

Schulze: Bitte haben Sie Verständnis, dass ich den Bericht noch nicht im Detail bewerte. Studien meines Hauses haben aber gezeigt, dass wir keineswegs von steigenden Strompreisen durch den Kohleausstieg ausgehen müssen.

Die Kommission hat der Bundesregierung anspruchsvolle Hausaufgaben mitgegeben, die wir uns jetzt erst einmal gründlich anschauen. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber ich bin voller Zuversicht, dass wir das gut hinkriegen.

Kohleausstieg bis 2038: Die wichtigsten Fragen und Antworten