Koalitionsvertrag

Was die Unterschriften der Ampel-Politiker über sie verraten

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Leon Grupe
Neues Bundeskabinett zu konstituierender Sitzung zusammengekommen

Neues Bundeskabinett zu konstituierender Sitzung zusammengekommen

Das neue Bundeskabinett ist am Mittwochabend unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen.

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Ein Grafologe hat die Signaturen unter dem Koalitionsvertrag analysiert: So ticken Scholz, Habeck und Lindner seiner Meinung nach.

Berlin. Um kurz nach neun Uhr am Dienstagmorgen ist die Tinte trocken: 13 Unterschriften der Spitzen von SPD, Grünen und FDP besiegeln 177 Seiten Koalitionsvertrag.

Während die Signaturen der meisten Koalitionäre gut lesbar sind, sticht die Unterschrift von Olaf Scholz (SDP) hervor. Zu erkennen sind in Versalien geschrieben ein O, ein I und ein mögliches V. Das Autogramm des designierten Bundeskanzlers sticht aufgrund seiner Kürze und einen gewissen Purismus hervor.

In den sozialen Netzwerken löst die Unterschrift zahlreiche belustigte Reaktionen aus. „Ziemlich norddeutsch“, befindet eine Nutzerin auf Twitter. „Die langweiligste Unterschrift der Welt“, schreibt ein anderer User.

Handschrift ist immer auch Ausdruck von Charakter. Der Grafologe Werner von Kiedrowski hat die Unterschriften von Scholz und seinen Regierungskollegen Robert Habeck (Grüne) und Christian Linder (FDP) auf persönliche Merkmale hin analysiert.

Grafologe: Scholz bleibt sich treu

Die Unterschrift vom SPD-Mann Scholz zeichne sich dadurch aus, dass er sich „konzentriert“ um seine wesentlichen Aufgaben kümmere, erklärt von Kiedrowski. „Die nicht so notwendigen Aufgaben überlässt er lieber seinen Mitarbeitern.“ Von Natur aus sei der gebürtige Osnabrücker eher gradlinig und wenig emphatisch. Das bedeute aber nicht, dass er „nicht gefühlsbetont“ sei. Privat wie auch beruflich bleibe sich Scholz stets treu, so der Grafologe.

Habeck: Nach außen hin diplomatisch und harmonisch

Der künftige Wirtschaftsminister Robert Habeck gebe sich nach außen hin harmonisch und diplomatisch, das liest von Kiedrowski aus der „geschnörkelten und doch geschwungenen“ Unterschrift des Grünen-Politikers. Das sei ein Mittel, um Vertrauen zu gewinnen. Öffentlich würde er zwar als meinungsstark wahrgenommen, dennoch verrate sein Schriftbild, dass er dazu neige, seine Haltung zu ändern. Gerate Habeck in Stress, agiere er „deutlich und konsequent“.

Lindner mit hoher Erwartungshaltung

Und Lindner? Der Unterschrift des Finanzministers in spe entnimmt von Kiedrowski eine fordernde Haltung gegenüber seinen Mitarbeitern. Lindner habe „hochgesteckte“ Erwartungen an sich selbst und sein Umfeld. Seine Empathie unterbinde der Liberale lieber, um keine „Schwäche aufzuzeigen“.

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