Infektion

Nach Tod eines 12-Jährigen: Indien kämpft gegen Nipah-Virus

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Theresa Martus
Indien kämpft noch immer mit Corona. Jetzt fürchten Behörden die Verbreitung eines neuen tödlichen Virus.

Indien kämpft noch immer mit Corona. Jetzt fürchten Behörden die Verbreitung eines neuen tödlichen Virus.

Foto: Channi Anand / dpa

Ein seltenes, tödliches Virus kostet einen Jungen in Indien das Leben. Jetzt kämpfen die Behörden gegen die Ausbreitung der Krankheit.

Kozhikode. Inmitten der andauernden Corona-Pandemie kämpfen die Behörden im südindischen Bundesstaat Kerala gegen den Ausbruch eines anderen tödlichen Virus. Im Distrikt Kozhikode sind Mediziner und Politik laut indischen und internationalen Medienberichten alarmiert, seit ein 12-jähriger Junge am Sonntag an einer Infektion mit dem seltenen Nipah-Virus verstarb.

Der Junge war eine Woche zuvor mit hohem Fieber ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort wurden den Berichten zufolge Symptome einer Gehirnentzündung festgestellt. In einer Blutprobe, die an das Nationale Institut für Virologie Indiens geschickt wurde, wurde das Nipah-Virus nachgewiesen.

Das Virus, das vor allem in Südasien und Südost-Asien verbreitet ist, lebt laut RKI in Flughunden und wird meist über Schweine als Zwischenwirt oder durch kontaminiertes Obst auf den Menschen übertragen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass Nipah-Infektion in 40 bis 75 Prozent der Fälle tödlich verlaufen, und führt das Virus auf einer Liste von Erregern, an deren Behandlung prioritär geforscht werden sollte. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht, ebenso wenig Medikamente.

In Kerala gab es schon 2018 und 2019 Ausbrüche des Virus

In Kerala setzten die Behörden nach der Bestätigung der Infektion verfolgen die Gesundheitsbehörden die Kontakte des verstorbenen 12-Jährigen nach. Mehrere hundert Menschen wurden identifiziert, die mit dem Jungen in Kontakt standen.17 von ihnen zeigten selbst Symptome einer Infektion. Sie alle wurden allerdings negativ auf Nipah getestet, wie „The Hindu“ am Mittwoch berichtete.

Nach Angaben von Veena George, Gesundheitsministerin des Bundesstaats, wurden insgesamt 61 Proben getestet. 30 sind negativ, für 31 weitere gibt es noch kein Ergebnis. Ein Team von Spezialisten des Nationalen Instituts für Virologie sei auf dem Weg nach Kerala, um den Ursprung der Infektion zu finden. Der Bundesstaat verzeichnete bereits 2018 und 2019 Ausbrüchen des Virus.

Die dicht besiedelte Gegend kämpft parallel auch weiterhin gegen Corona. Innerhalb Indiens ist Kerala ein Hotspot der Pandemie.

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