Kommentar

Umfragen vor der Bundestagswahl: So eng war es noch nie

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Jörg Quoos
Wer hat am Ende die Nase vorn? Der Vorsprung der Union ist deutlich geschrumpft, aktuell liegt der Kanzlerkandidat von CDU und CSU, Armin Laschet (M.), nur knapp vor seinen Mitbewerbern Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).

Wer hat am Ende die Nase vorn? Der Vorsprung der Union ist deutlich geschrumpft, aktuell liegt der Kanzlerkandidat von CDU und CSU, Armin Laschet (M.), nur knapp vor seinen Mitbewerbern Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).

Foto: Oliver Ziebe / dpa

In Umfragen vor der Bundestagswahl liegen Union, SPD und Grüne fast gleichauf. Der Ausgang ist ungewiss – und könnte viele überraschen.

Berlin. Die Wahl des 20. Deutschen Bundestages könnte als die Bundestagswahl mit dem schlechtesten Wahlkampf und dem spannendsten Finish in die Geschichte eingehen.

Knapp sechs Wochen bevor die Wahllokale öffnen, liegen gleich drei Parteien auf Schlag-Distanz: Die Union mit 23 Prozent vor der SPD mit jetzt 21 Prozent, die Grünen folgen auf Platz drei mit 19 Prozent. Berücksichtigt man Toleranzen der Umfragen und die Auswirkungen, die beispielsweise TV-Debatten noch haben, können theoretisch alle drei Parteien am Abend des 26. September die Nase vorne haben.

Der Vorsprung der Union in den Umfragen schmilzt von Woche zu Woche

Sicher hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet nach wie vor die realistischste Chance, Kanzler zu werden und eine Regierung zu bilden. Aber der Vorsprung der Union schmilzt von Woche zu Woche.

Entscheidend ist jetzt die Frage: Bleibt der Aufwärtstrend für Olaf Scholz? Der Vizekanzler und Kanzlerkandidat der SPD punktet mit einem trockenen, staatsmännischen Wahlkampf. Aber er profitiert mehr von der aktuellen Schwäche Armin Laschets und Annalena Baerbocks als von der Stärke der eigenen Partei.

Die Parteichefs der SPD bremsen den Kanzlerkandidaten Olaf Scholz

Scholz läge schon vorne – da sind sich die professionellen Auguren sicher – müsste er nicht seine unbeliebten Parteichefs Saskia Esken und Norbert-Walter Borjans mitziehen. Gut möglich, dass die Sozialdemokraten noch am Wahlabend den Tag verfluchen, an dem sie ihrem Kanzlerkandidaten so kalt die Parteiführung versagt haben.

Und die Liberalen? Mit dem engen Rennen wächst FDP-Chef Christian Lindner immer mehr in die Rolle des Königsmachers hinein. Er könnte am 26. September das breiteste Lachen im Gesicht haben – und die politische Richtung für die nächsten vier Jahre bestimmen.

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