Anti-Corona-Demo

„Querdenken“-Demo in Berlin: Rangeleien und Beschimpfungen

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Bei einer neuen „Querdenken“-Demonstration in Berlin wirkte die Polizei teils überfordert. Trotz Verbot zogen viele durch die Stadt.

Berlin. Etwa 1000 Menschen protestierten am Sonntagmittag unter dem Motto „Querdenken“ auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung und den Weltgesundheitsgipfel – ein alljährliches Treffen von Fachleuten aus den Bereichen Medizin und Gesundheitspolitik in Berlin-Friedrichshain.

Dass der Gipfel in diesem Jahr angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen ausschließlich online stattfindet, hielt die Demonstrierenden allerdings nicht davon ab, gegen den Gipfel auf die Straße zu gehen. Weil bei der Auftaktkundgebung nahezu niemand eine Mund-Nasen-Bedeckung trug, untersagte die Polizei der Versammlung, sich zur Demo aufzustellen und nach Friedrichshain zu laufen.

„Querdenken“: Demonstration in Berlin eskaliert

Schon während der Auftaktkundgebung war die Stimmung auf dem Alexanderplatz angespannt. Einige „Querdenken“-Demonstrierende griffen Polizeibeamte an, es kam zu einigen Festnahmen. Nachdem der Veranstalter die Versammlung beendet hatte, durchbrachen einige hundert Demonstrierende die Polizeiketten am Alexanderplatz und zogen über die Karl-Marx-Allee nach Friedrichshain.

Auf dem Weg dorthin kam es erneut zu Angriffen auf die Polizei, wie Bilder aus sozialen Medien zeigen. Eine Demonstrantin biss einem Polizisten offenbar in die Hand. Eine Frau schlug mehrmals auf einen anderen Polizisten ein, wie ein Video beim Kurznachrichtendienst Twitter zeigt. Die Polizei Berlin schien in dieser Situation komplett überfordert zu sein, wie Journalisten auf Twitter berichteten.

Einige Teilnehmende fordern Exekution der Regierung

Als die unkontrollierte Demonstration den Strausberger Platz erreichte, forderten einige Teilnehmenden lautstark die Exekution der Regierung und blockierten Rettungs- und Feuerwehrkräfte auf dem Weg zu einem anderen Einsatz. Die eintreffenden Polizeieinheiten nahmen die Protestierenden daraufhin nicht fest, sondern drängten sie nur zum schnellen Weitergehen.

Während der unangemeldeten Demonstration kam es immer wieder zu verbalen Angriffen auf Journalisten. Mehrere Reporter im Einsatz berichteten von Rangeleien. Unter anderem soll ein Demonstrant einem Reporter gedroht haben, „nach dem Umsturz“ würde er „wie alle anderen Systemjournalisten an einem Baum hängen“.

Unangemeldete Demonstration erreicht Ziel

Kurz vor dem Kino, in dem der Weltgesundheitsgipfel sonst stattfindet, passierte die Demonstration eine Gegenkundgebung, die unter anderem vom Berliner Bündnis gegen Rechts mitorganisiert wurde. Nach einigen verbalen Angriffen auf die Gegendemonstration flogen Flaschen aus der „Querdenken“-Demo in auf die Demonstrierenden. Verletzt wurde dabei niemand.

Während die nicht angemeldete Demonstration ihr Ziel, das Kino Kosmos erreichte, wollte sich die Pressestelle der Berliner Polizei noch nicht äußern. Es würden derzeit noch Informationen zusammengetragen, außerdem sei die Lage „sehr dynamisch“.

Demonstration findet nahezu ohne Hygieneauflagen statt

Gegen 15 Uhr begannen Einheiten der Polizei damit, die mittlerweile auf einige tausend Menschen angewachsene Demonstration an die Einhaltung der Hygienevorschriften zu erinnern – ohne große Wirkung, denn auch weiterhin hielt sich der größte Teil der Demonstration weder an die geltende Maskenpflicht, noch an die vorgegebenen Abstandsregelungen.

In einer Rede griff einer der prominentesten Köpfe der sogenannten „Querdenken“-Bewegung, der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Bodo Schiffmann, erneut die Presse an: „Unsere Feinde sind ARD, ZDF und RBB. Die Verbrecher sind die Reporter und nicht die Polizisten“. Die versammelten Demonstranten und Demonstrantinnen applaudierten und johlten bei dieser Aussage.

„Natürlich hätten wir sie aufhalten können. Aber wir wollen diese Bilder nicht.“

Zwar war die Polizei mit 600 Einheiten vor Ort, doch wirkte sie zeitweise überfordert mit dem Geschehen. Wie eine Journalistin vom „Spiegel“ berichtet, hätte die Polizei den Durchbruch der Demonstration auf die Karl-Marx-Allee verhindern können. „Natürlich hätten wir sie aufhalten können. Aber wir wollen diese Bilder nicht“, sagte der Einsatzleiter der Berliner Polizei ihr gegenüber.

Gegen 15:45 wurde die Kundgebung von der Polizei beendet, Teilnehmende riefen daraufhin zu einem spontanen Gottesdienst auf.