US-Präsidentschaftswahl

Will Russland Donald Trump erneut zum Wahlsieg verhelfen?

Trump inszeniert sich in Kenosha als Garant für Recht und Ordnung

US-Präsident Donald Trump hat seinen Besuch in der von schweren Unruhen erschütterten Stadt Kenosha für Solidaritätsbekundungen mit der Polizei genutzt. Die Beamten hätten einen "fantastischen Job" geleistet, sagte Trump während der umstrittenem Visite zum Vorgehen der Polizei gegen die Ausschreitungen.

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Facebook und Twitter sind alarmiert: Eine vom Kreml unterstützte Gruppe hat falsche Accounts angelegt, um Stimmung für Trump zu machen.

Berlin. Wollen russische Netzwerke erneut Donald Trump zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl verhelfen? Die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter sind sich sicher: Die vom Kreml unterstützte Gruppe Internet Research Agency hat eine Desinformationskampagne gestartet, die dem demokratischen Trump-Herausforderer Joe Biden massiv schaden soll.

Die Werkzeuge sind demnach falsche Accounts und eine Website, die wie eine linke Nachrichten-Plattform aufgemacht ist, teilten Facebook und Twitter mit. Beide Firmen wurden vom FBI gewarnt.

Die Internet Research Agency spielte auch vor der Wahl 2016 eine zentrale Rolle

Nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten und Online-Firmen spielte die Internet Research Agency vor der Präsidentenwahl 2016 eine zentrale Rolle. Dabei ging es um Versuche, die Spaltung in Amerika zu vertiefen und Stimmung für den damaligen republikanischen Kandidaten Donald Trump zu machen. Die Verstrickungen zwischen Trumps Wahlkampf-Team und russischen Regierungsvertretern standen im Mittelpunkt der Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller.

Die aktuellen Berichte von Facebook und Twitter sind das erste öffentliche Indiz, dass die Internet Research Agency eine Neuauflage der Wahleinmischung von 2016 plant. Dieses Mal geht es vor allem um die Website Peace Data, die freiberufliche US-Journalisten – ohne deren Wissen – anwarb. Lesen Sie auch: Corona-Fake-News: Twitter und Facebook gehen gegen Trump vor

Angeworbene Journalisten schrieben negativ über Joe Biden

Die „New York Times“ zitiert einen Mitarbeiter, der in der Vergangenheit bezweifelt hatte, dass Biden für die progressiven Werte der Demokraten stehe. Der Journalist, der anonym bleiben wollte, sagte, dass seine Artikel kaum redigiert worden seien. Für jeden Text habe er 75 Dollar erhalten. Lesen Sie dazu: US-Wahl: Warum Donald Trumps Chancen gestiegen sind

„Die (Gruppe) I.R.A. schien in einem sehr frühen Stadium ein Publikum für die Fake-News-Seite auf Facebook aufzubauen“, schreibt die „New York Times“. Sie hatte 13 falsche Accounts und zwei Seiten angelegt, um für die Website Peace Data zu werben.

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Die Fotos der Redakteure wurden am Computer erzeugt

Drei Redakteure waren aufgelistet. Deren Fotos hätten allerdings nicht von real existierenden Personen gestammt, sondern seien künstlich per Computer erzeugt worden, betonte Ben Nimmo von der Analysefirma Graphica, mit der Facebook ausführliche Daten geteilt hatte.

„Die Posts waren eindeutig links von der Biden-Harris-Kampagne“, fügte Nimmo hinzu. Die Themen hätten sich von Rassismus in den USA bis hin zu Umwelt und Kapitalismus erstreckt. Einige Artikel hätten argumentiert, dass Biden die Demokraten zu sehr nach rechts rücken würde.

„Die Russen legen zunehmend Schichten der Verschleierung an“

Facebook und Twitter haben nach eigenen Angaben begonnen, die Einträge der Internet Research Agency zu beseitigen. „Die Russen versuchen verstärkt, sich zu verstecken. Sie legen zunehmend Schichten der Verschleierung an – aber sie werden dennoch entdeckt“, unterstrich Benn Nimmo von Graphica.