US-Wahlkampf

Republikaner-Parteitag: So lief die Rede von Melania Trump

Scharfe Attacken auf Biden bei Parteitag der US-Republikaner

Auf dem Parteitag der US-Republikaner zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl haben Amtsinhaber Donald Trump und weitere Redner den demokratischen Herausforderer Joe Biden scharf attackiert.

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Melania Trump wirbt beim Republikaner-Parteitag für eine zweite Amtszeit von Donald Trump. Auf Angriffe gegen Joe Biden verzichtet sie.

Washington. Am zweiten Tag ihres Nominierungsparteitags haben die US-Republikaner vor einem Wahlsieg der Demokraten gewarnt und deren Präsidentschaftskandidaten Joe Biden als gefährlichen Kriegstreiber und als Marionette der radikalen Linken dargestellt. Eine Rednerin verzichtete allerdings auf Angriffe gegen den Konkurrenten von Präsident Donald Trump: seine Ehefrau und First Lady Melania Trump.

„Mein Ehemann, unsere Familie und die Menschen in dieser Regierung kämpfen für Sie“, versicherte First Lady Melania Trump am Dienstagabend (Ortszeit) in ihrer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses stattdessen. „Er liebt dieses Land und weiß, wie man etwas erreichen kann.“ Melania Trump betonte: „Ich glaube, dass wir jetzt mehr denn je die Führung meines Ehemannes brauchen.“

Trump-Sohn bei Parteitagsrede: „Mein Vater wird für euch kämpfen“

Umso schärfer teilte Präsidentensohn Eric Trump gegen Biden aus. Biden werde von den radikalen Linken gesteuert. Amerika habe aber den Faschismus und den Kommunismus besiegt. Bei der Wahl am 3. November werde es „die leeren, repressiven und radikalen Ansichten der extremen Linken besiegen“.

Er versprach: „Mein Vater wird für euch kämpfen.“ Vor seinem Vater habe sich niemand für die „stille Mehrheit“ im Land eingesetzt, sagte Eric Trump. Politiker sowohl der Demokraten als auch der Republikaner vor Trump hätten sich „mehr darum gesorgt, wie sie von den Eliten in Paris empfangen werden als darüber, wie Amerikaner für ihre Familien in Pittsburgh sorgen werden“. Lesen Sie hier: Wie sich der Trump-Clan beim Parteitag selbst feierte

In seiner Rede warnte auch Senator Rand Paul vor dem Trump-Konkurrenten Biden. Dieser habe „durchweg mehr Kriege gefordert“, sagte er beim Parteitag. Biden habe für den Krieg im Irak gestimmt und „Kriege in Serbien, Syrien, Libyen“ unterstützt. „Ich befürchte, Biden wird sich wieder für Krieg entscheiden“, sagte Paul. Mehr dazu: Trumps Republikaner schüren Angst vor Sieg von Joe Biden

Eric Trump verdreht die Wahrheit: Vater Donald habe die „endlosen Kriege“ beendet

„Biden wird weiterhin unser Blut und unsere Reichtümer vergeuden. Präsident Trump wird unsere Helden nach Hause bringen.“ Eric Trump sagte, sein Vater habe wie versprochen die „endlosen Kriege“ beendet. Offenbar leidet der Trump-Sohn genau wie sein Vater an einer verzerrten Wahrnehmung. Denn dass Trump Kriege beendet habe, trifft weder in Afghanistan noch im Irak oder in Syrien zu.

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Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow warnte vor einem Abschwung der Wirtschaft im Fall eines Wahlsiegs der Demokraten. „Unsere wirtschaftliche Wahl ist klar“, sagte Kudlow. „Wollen Sie eine gesunde Wirtschaft, Wohlstand, Möglichkeiten und Optimismus? Oder wollen sie zu den dunklen Tagen von Stagnation, Rezession und Pessimismus zurückkehren?“

Bis zur Corona-Pandemie sei die wirtschaftliche Entwicklung in den USA unter Trump ein „fulminanter Erfolg“ gewesen. Kudlow pries Trumps Führung bei den Bemühungen, „um das Covid-Virus erfolgreich zu bekämpfen“.

Melania Trump spricht Corona-Pandemie, Polizeigewalt und Rassismus an

Die Pandemie dauert in den USA weiter an. Bislang hat sie nach Daten der Johns-Hopkins-Universität dort mehr als 178.000 Menschen das Leben gekostet. Millionen Amerikaner verloren ihre Arbeit. Die Wirtschaft wurde in eine schwere Krise gestürzt, die noch nicht beendet ist. Lesen Sie hier: Donald Trump wechselt seinen Corona-Kurs – alles Taktik?

Melania Trump sprach den Angehörigen von Opfern der Corona-Pandemie ihr Mitgefühl aus. Sie versicherte, dass die Regierung ihres Ehemannes nicht aufhören werde zu kämpfen, bis es einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus für alle geben werde. „Donald wird nicht ruhen, bis er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um sich um alle zu kümmern, die von dieser schrecklichen Pandemie betroffen sind.“ Dem Präsidenten werfen Kritiker in der Pandemie einen Mangel an Mitgefühl für die Betroffenen vor.

Die First Lady ging in ihrer Ansprache auch auf die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ein, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai ausgelöst wurden. „Wir müssen uns daran erinnern, dass wir alle eine Gemeinschaft sind, die aus vielen Rassen, Religionen und Ethnien besteht“, sagte sie. Lesen Sie dazu: So sind Rassismus und Gewalt in der US-Polizei verankert

Mike Pompeo: Rede des US-Außenministers stößt auf massive Kritik

Zu Donald Trumps Wahlversprechen gehört hingegen eine Stärkung der Polizei. Dem Kampf gegen den Rassismus räumte er bislang keine Bedeutung zu und auch für eine mögliche zweite Amtszeit hätte dieser für den amtierenden Präsidenten keine Priorität. Lesen Sie hier: Trump setzt bei Parteitag auf die Familie und Regelbrüche

In Missachtung einer langen Tradition brachte sich US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag direkt in den Wahlkampf ein und warb auf dem Parteitag für die Wiederwahl Trumps. „Präsident Trump hat seine Vision von „Amerika zuerst“ in die Tat umgesetzt. Das hat ihn vielleicht nicht in jeder ausländischen Hauptstadt populär gemacht. Aber es hat funktioniert“, sagte Pompeo in einer zuvor in Jerusalem aufgezeichneten Ansprache.

In China habe Trump „den Vorhang vor der räuberischen Aggression der Kommunistischen Partei Chinas“ gelüftet, sagte der US-Außenminister. Zur Corona-Pandemie sagte Pompeo: „Der Präsident hat China dafür zur Rechenschaft gezogen, dass es das China-Virus vertuscht hat und zugelassen hat, dass es Tod und wirtschaftliche Zerstörung in Amerika und in der Welt verbreitet.“

Trump will Nominierung am Donnerstag annehmen

Die Video-Ansprache Pompeos für den Parteitag stieß in der Demokratischen Partei auf scharfe Kritik. Die Wahlkampfleitung Bidens erklärte, der Beitrag sei nicht nur ein Missbrauch von Steuermitteln, sondern untergrabe auch die wichtige Arbeit des Außenministeriums.

Donald Trump will bei der US-Präsidentschaftswahl am 3. November gegen den Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, an. Die Delegierten hatten Trump beim Parteitag der Republikaner am Montag einstimmig als ihren Kandidaten für die Wahl nominiert. Er will die Nominierung mit einer Rede vom Weißen Haus aus am Donnerstag annehmen.

In der vergangenen Woche hatten die Demokraten Ex-Vizepräsident Biden als Kandidaten gekürt. Lesen Sie dazu: Biden offiziell Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten (jkali/dpa)

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