Wahlkampf

Laut und schrill: Trump-Freundin schreit bei Parteitagsrede

Freundin von Trump Junior macht sich lächerlich mit Rede auf dem Parteitag der Republikaner - Kimberly Guilfoyle

Enthusiastische Reden sind im Amerikanischen Wahlkampf nicht unüblich, doch Kimberly Guilfoyle treibt es auf die Spitze. Die 51-jährige Ex-Staatsanwältin lobt Trump in den Himmel und zeichnet ein Schreckensbild im Falle eines Wahlsieges der Demokraten im November.

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Kimberly Guilfoyle, die Freundin von Donald Trump Jr., hielt eine inbrünstige Rede beim Parteitag. Dafür wird sie im Netz verspottet.

Washington. 
  • Mehr Inbrunst geht eigentlich kaum noch: Kimberly Guilfoyle hat mit einer beherzten Rede auf dem Republikaner-Parteitag für Aufregung gesorgt
  • Eigentlich wäre die Lautstärke gar nicht nötig gewesen – schließlich waren keine Zuschauer im Raum
  • Dafür erntet die ehemalige Staatsanwältin nun eine Menge Spott im Netz

Niemand kann Kimberly Guilfoyle vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Voller Inbrunst und mit viel Einsatz von Gestik, Mimik und vor allem ihrer Stimme schrie die Freundin von Präsidentensohn Donald Trump Jr. ihre Rede auf dem Parteitag der Republikaner ins Mikrofon. Fest steht: Die 51-Jährige lieferte am ersten Tag des Parteitags der Republikaner den mit Abstand lautesten Auftritt.

Besonders seltsam wirkte die Rede, weil Guilfoyle vor einem leeren Raum sprach. Aufgrund der Corona-Krise zeichneten die Republikaner sämtliche Redebeiträge in einem Auditorium ohne Zuschauer auf. Und so gestikulierte und schrie Guilfoyle vor sich hin, hielt gar an bestimmten Stellen inne, als warte sie auf Applaus. Aber da war kein Applaus. Nur eine schreiende Frau vor Fernsehkameras.

Dafür erntet die ehemalige Staatsanwältin nun eine Menge Spott im Netz. Twitter-Nutzer fragten sich, ob Guilfoyle wisse, dass das Mikrofon bereits erfunden wurde. Selbst ein Reporter der erzkonservativen Website „Daily Caller“ schrieb: „Ich habe den Auftritt von Kim Guilfoyle gehört – und mein Fernseher ist nicht einmal an.“

Schauspieler Andy Ostroy kommentierte: „Was zur Hölle war das denn? Das war DIE peinlichste Rede, die ich je gesehen habe. Meine Hunde verstecken sich unter dem Bett.“ Lesen Sie hier: Frank Plasberg weist Trump-Fan bei „Hart aber fair“ zurecht.

Kimberly Guilfoyle will Angst vor Demokraten schüren

Doch es war nicht nur die laute, theatralische Darbietung mit hochgerissenen Armen und fanatischem Blick, die Guilfoyles Rede hervorstechen ließen, sondern auch der Inhalt. Denn Guilfoyle bezeichnete sich als Amerikanerin der ersten Generation, als Kind von Einwanderern.

Zugleich erzählte sie, ihre Mutter sei eine Lehrerin aus Puerto Rico. Doch Puerto Rico ist US-amerikanisches Territorium. Guilfoyle legte im selben Atemzug also selbst dar, dass sie eben doch keine Tochter von Migranten ist.

Die ehemalige Journalistin des TV-Senders „Fox News“ versuchte ihre Rede außerdem dafür zu nutzen, den Zuschauern Angst vor einem Wahlsieg der Demokraten zu machen. „Sie wollen dieses Land zerstören und alles, wofür wir gekämpft haben und was uns lieb ist“, sagte sie.

Freundin von Trump Jr. war einst mit einem Demokraten verheiratet

Als Negativbeispiel nannte Guilfoyle Kalifornien: „Es ist ein Ort mit immensem Wohlstand, unermesslicher Innovation und makelloser Umwelt – und die Demokraten haben es verwandelt in ein Land weggeworfener Heroin-Spritzen in Parks, Krawallen auf den Straßen und Stromausfällen in den Häusern.“

Es war auch eine höchst persönliche Spitze: Guilfoyle war einst mit dem heutigen kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom verheiratet.

Zuletzt berichteten Medien über Kimberly Guilfoyle, weil sich die Freundin von Trump Jr. mit dem Coronavirus infiziert hatte. Während der US-Präsident den Unabhängigkeitstag feierte, musste sie gemeinsam mit ihrem Mann in Quarantäne. Ein Sprecher sagte damals, sie habe keine Symptome gezeigt.

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(amw/dpa)