Naturschutz

Studie: Deutsche wollen Naturschutz – aber nicht überall

Klimawandel könnte Eisbären bis 2100 aussterben lassen

Durch den Klimawandel könnten Eisbären bis zum Jahr 2100 in freier Wildbahn ausgestorben sein. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Zeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlicht wurde.

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Die Deutschen sind laut einer neuen Umfrage Fans von Naturschutz. Doch wenn es um konkrete Maßnahmen geht, sinkt die Begeisterung.

Berlin. Egal ob der Wald vor der Haustür oder der Nationalpark in der Urlaubsregion: Die Deutschen mögen ihre Natur und wollen sie gern erhalten sehen. Das ist das Ergebnis der Naturbewusstseinsstudie 2019 des Bundesumweltministeriums und des Bundesamts für Naturschutz, die an diesem Freitag vorgestellt wird.

Die Antworten zeigen: Naturschutz ist den Menschen in Deutschland deutlich wichtiger als noch vor zwei Jahren, als die Befragung zuletzt durchgeführt wurde. Drei Viertel der Teilnehmer waren überzeugt, dass es die „Pflicht“ des Menschen sei, die Natur zu schützen – 2017 lag dieser Anteil noch bei 63 Prozent. 63 Prozent der Befragten ärgern sich zudem sehr darüber, wenn ihre Mitmenschen sorglos mit der Natur umgehen.

Naturschutz: Mehrheit will mehr politischen Einsatz für Schutzgebiete

93 Prozent sind „eher“ oder „voll und ganz“ der Meinung, dass Schutzgebiete wichtig sind – und rund sieben von zehn finden, dass Deutschland sich auch politisch dafür einsetzen sollte, dass diese ausgebaut werden. Gesunken ist dagegen der Anteil derer, die finden, dass wirtschaftliche Interessen Vorrang vor dem Naturschutz haben sollten. 2017 dachte so noch knapp jeder dritte Teilnehmer, nun liegt der Anteil bei unter einem Viertel.

Zum ersten Mal abgefragt wurde außerdem, in welchem Zusammenhang die Menschen Naturschutz und Klimawandel sehen. 93 Prozent waren dabei der Meinung, dass Naturschutz notwendig ist, um die Klimakatastrophe zu bekämpfen.

Natuschutz: Wenn es um konkrete Maßnahmen geht, sinkt die Zustimmung

Wenn es allerdings um Maßnahmen geht, die zum Schutz der Natur beitragen können, sinkt die Zustimmung der Befragten. Konkret zeigt sich das am Beispiel der Energiewende. Die unterstützt – mit 60 Prozent der Befragten – zwar eine Mehrheit. Drei Viertel waren überzeugt oder zumindest tendenziell der Meinung, dass die Hinwendung zu erneuerbaren Energien notwendig ist, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Die Begeisterung für Maßnahmen, die zur tatsächlichen Umsetzung der Energiewende notwendig sind, schwankt allerdings stark. So finden mehr als 90 Prozent der Teilnehmer Solaranlagen auf Dächern eine gut oder zumindest akzeptabel, um Strom zu gewinnen. Auch Windkraftanlagen auf dem Meer steht mit rund vier von fünf Befragten der Großteil eher wohlwollend gegenüber.

Naturschutz: Umweltministerin Schulze sieht „gute Nachricht“

Geht es aber um Windräder an Land oder Solaranlagen auf Feldern sinkt die Zustimmung: Nur 23 Prozent gaben an, Windkraftanlagen an Land gut zu finden, weitere 47 Prozent würden sie akzeptieren. Für Solaranlagen auf Feldern lagen die jeweiligen Werte noch niedriger.

Erhoben wurden die Daten Ende des vergangenen Jahres. 2044 Personen über 18 wurden für das repräsentative Meinungsbild befragt.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht in den Ergebnissen insgesamt eine „gute Nachricht“. „Eine große Mehrheit möchte sich auch aktiv für den Schutz der Natur einsetzen, für sich selber, aber eben auch für die kommenden Generationen“, sagte Schulze. Das bestärke sie darin, dass der Naturschutz den Rückhalt in der Bevölkerung findet, den Politiker bräuchten um Lebensgrundlagen effektiv schützen zu können, so Schulze. (tma)