Pandemie

Corona-Studie zu Kitas: Wie riskant ist der Regelbetrieb?

Studie: Wie ist der Kita-Alltag in Corona-Zeiten?

Die Kleinsten können sich noch nicht an die Schutzmaßnahmen gegen Corona halten. Kita-Schließungen will Familienministerin Giffey aber verhindern. Ein Studie soll klären, wie riskant der Kita-Alltag ist.

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Viele Kitas sind zurück im Regelbetrieb. Eine neue Studie soll jetzt Antworten liefern, wie gefährlich das in Zeiten von Corona ist.

Berlin. 
  • In vielen Ländern sind Kitas wieder in den Regelbetrieb zurückgekehrt
  • Welches Risiko das in der Corona-Pandemie birgt, ist bislang unklar
  • Eine gemeinsame Studie des Robert Koch-Instituts und des Deutschen Jugendinstituts soll offene Fragen klären
  • Wie hoch ist das Risiko für Kinder, Eltern und Kita-Personal? Und welche Rolle spielen Kinder bei der Verbreitung des Virus?

Keine Masken, kein Abstand: Für wichtige Schutzmaßnahmen gegen Corona sind Kita-Kinder noch zu klein. Trotzdem sind viele Länder mittlerweile zum Regelbetrieb in den Einrichtungen zurückgekehrt. Eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) soll nun neue Informationen dazu liefern, wie riskant das wirklicht ist. Gemeinsam mit Vertretern der Institute stellte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) an diesem Montag die Studie vor.

Untersucht werden dabei mehrere Fragen. Unter anderem soll die Studie Erkenntnisse darüber liefern, wie hoch das Risiko einer Erkrankung für Kinder, Eltern und das Kita-Personal ist und welche Rolle Kita-Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen. Vor allem aber soll die Corona-Kita-Studie Informationen darüber liefern, wie der Kita-Alltag unter Corona-Bedingungen tatsächlich aussieht. Es gehe darum, „die Wirkung von Kitas besser zu verstehen“, erklärte Thomas Rauschenbach, Leiter des DJI am Montag.

Corona in Kitas: Langzeitstudie soll Erkenntnisse liefern

Dazu sollen vier Elemente der Untersuchung dienen. Zum einen soll es eine bundesweit repräsentative Befragung von Kitas zum Infektionsgeschehen und -schutz geben. Zum anderen sollen sich Kitas im sogenannten „Kita-Register“, das am Dienstag offiziell an den Start geht, eintragen und regelmäßig Bericht erstatten, unter welchen Bedingungen Kinder dort derzeit lernen und spielen.

Rund 5000 Einrichtungen, die vorab kontaktiert wurden, sind dort laut Familienministerium bereits registriert. Angestrebt sind 10.000 teilnehmende Kitas und Tagespflegeeinrichtungen. So soll möglichst genaues Wissen über die Situation vor Ort gewonnen werden.

Über das Grippe-Web, ein schon existierendes Monitoring-Werkzeug, und die Gesundheitsämter sollen zudem medizinische Daten zur Infektionslage in Kitas gesammelt werden. Nicht zuletzt testet das Robert Koch-Institut selbst anlassbezogen in Einrichtungen auf das Virus – bei Kindern, Beschäftigten und ihren Familien.

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Franziska Giffey gegen einen zweiten Lockdown

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die Studie und fordert Kita-Träger auf, sich daran zu beteiligen. „Wenn wir Beschäftigte und Kinder besser schützen wollen, brauchen wir dringend bessere und passgenaue Daten“, sagte Björn Köhler, GEW-Vorstandsmitglied Jugendhilfe und Sozialarbeit.

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Ministerin Giffey hatte sich in der vergangenen Woche dagegen ausgesprochen, im Falle einer zweiten Infektionswelle das öffentliche Leben erneut auf breiter Front einzuschränken. Das bekräftigte sie erneut auch am Montag. „Wir raten, dass alles getan wird um eine komplette Schließung zu vermeiden“, sagte Giffey über Kitas, in denen der Verdacht auf eine Infektion besteht.

Das Bundesfamilienministerium empfiehlt feste Kindergruppen, wenig Fachkräftewechsel zwischen den Gruppen und soweit wie möglich reduzierte Kontakte untereinander auch bei den Erwachsenen, damit eine Infektion nicht sofort die Schließung der ganzen Einrichtung bedeutet. (tma)

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