Rechtsextremismus

Helene Fischer soll Ziel von Drohmails des „NSU 2.0“ sein

NSU 2.0: Daten der Kabarettistin Baydar von Polizeirechner abgefragt

Nach Medienberichten wurden von einem hessischen Polizeicomputer aus wieder persönliche Daten abgefragt. Nun trifft es neben anderen Prominenten die Kabarettistin Idil Baydar.

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Helene Fischer soll im Visier von Rechtsextremen stehen. Eine Drohmail hat es einem Bericht zufolge bereits im Januar 2019 gegeben.

Berlin. Die Schlagersängerin Helene Fischer soll Ziel von Drohmails rechtsextremer Netzwerke sein. Das berichtet der „Spiegel“ im Zusammenhang mit dem Prozess um André M., der unter dem Namen „Nationalsozialistische Offensive“ rechtsextreme Hassmails und Bombendrohungen verschickt haben soll.

Wie der „Spiegel“ schreibt, habe der Organisator eines Berliner Schlagerfestivals bereits am 12. Januar 2019 eine E-Mail erhalten, in der es hieß, Fischer befände sich „auf einer Liste von einer neuen rechtsterroristischen Vereinigung, die aus mehreren kleinen Gruppen besteht, die dem Blood & Honour Netzwerk zuzuordnen sind, darunter Nationalsozialistische Offensive, NSU 2.0 und Wehrmacht“.

Der oder die Verfasserinnen oder Verfasser sollen Fischer dazu aufgefordert haben, keine deutschen Lieder mehr zu singen – andernfalls würden Menschen sterben.

Helene Fischer soll mehrmals in Drohmails erwähnt worden sein

Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner, die ebenfalls rechte Drohmails erhalten hat – allein zwölf davon von der „Nationalsozialistischen Offensive“ – und als Nebenklägerin im Prozess gegen André M. auftritt, sagte vor Gericht zudem, dass Fischer auch in den an sie adressierten Mails mehrmals erwähnt werde. Dem „Spiegel“ zufolge ganze 19 Mal.

Auch die „NSU 2.0“-Affäre der hessischen Polizei sei in der Verhandlung zur Sprache gekommen, heißt es in dem Bericht. Bei der Polizei in Hessen hatte es offenbar Datenabfragen zu Frauen gegeben, die anschließend Droh-Mails des „NSU 2.0“ erhalten haben. Betroffen waren die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die Kabarettistin Idil Baydar und Janine Wissler, die hessische Fraktionsvorsitzende der Linken.

Helene Fischer: Bereits in der Vergangenheit illegale Datenabfragen der Polizei?

Alles um Helene Fischer
Alles um Helene Fischer

Bereits im vergangenen Jahr hat der damalige Landespolizeipräsident Udo Münch der „Frankfurter Rundschau“ zufolge im Innenausschuss des Landtags gesagt, dass es für Helene Fischer unerlaubte Datenabfragen gegeben habe. „Da ist Helene Fischer 83 Mal in der Nacht abgefragt worden“, zitierte die Zeitung Münch, der nach der Drohmail-Affäre zurückgetreten ist.

Münch erklärte damals, die Abfragen seien im Zusammenhang mit einer Veranstaltung der Sängerin in Frankfurt getätigt worden. Im Zuge der neuesten Entwicklungen könnte es allerdings zu einer neuen Bewertung dieser Abfragen kommen.

Helene Fischer – Mehr zum Thema

Von Helene Fischer hörte man zuletzt nicht viel. Auf ihrer Baustelle soll es kürzlich Eindringlinge gegeben haben: Helene Fischer: Maskierte Männer auf ihrem Grundstück? An Weihnachten lief im ZDF nach einem längeren Rückzug der Sängerin die große „Helene Fischer Show“: Die wichtigsten Fragen und Antworten. Eine Zusammenfassung der Show hat unsere Autorin aufgeschrieben: Helene Fischer zu perfekt? Nie atemlos, immer makellos.

(reb)