Falschbehauptungen

QAnon: Twitter sperrt Verschwörungstheoretiker aus

Anhänger der Verschwörungstheorien-Bewegung QAnon bei einer Veranstaltung von Donald Trump in Ohio.

Anhänger der Verschwörungstheorien-Bewegung QAnon bei einer Veranstaltung von Donald Trump in Ohio.

Foto: Scott Olson / AFP

Verschwörungstheorien: Twitter sagt der QAnon-Bewegung den Kampf an. Ihre Anhänger tauchen immer wieder bei Trump-Veranstaltungen auf.

San Francisco. Kein Platz für Verschwörungstheorien: So lautet die aktuelle Botschaft des Mikroblogging-Dienstes Twitter. Das US-Unternehmen geht als erstes soziales Medium rigoros gegen die amerikanische Bewegung QAnon vor, die falsche Behauptungen im Netz verbreitet. Begründung der Plattform: Das Verhalten der QAnon-Anhänger könne auch in der Realität Schaden anrichten.

Mehr als 7000 Accounts seien dauerhaft gesperrt worden, erklärte ein Twitter-Sprecher gegenüber US-Medien. Zusätzlich seien weitere 150.000 Accounts eingeschränkt worden, um die Verbreitung der Inhalte zu unterbinden.

QAnon: Wirre Verschwörungstheorien, ernste Konsequenzen

Zu den Verschwörungen, an die QAnon-Anhänger glauben und die sie verbreiten, gehören angebliche Hormonbehandlungen demokratischer US-Politiker, für das laut kruder Theorie Blut von Kindern verwendet werde. Außerdem behaupten sie, es gebe in den Niederungen des Regierungsapparates eine Verschwörung gegen US-Präsident Donald Trump.

Damit knüpft QAnon an die „Pizzagate“-Episode aus dem Jahr 2016 an. Damals rückte ein bewaffneter Mann in eine Pizzeria in Washington ein, nachdem er im Netz gelesen hatte, dass diese als Tarnung für ein von Trumps damaliger Gegenkandidatin Hillary Clinton und anderen Demokraten betriebenes Pädophilen-Netzwerk dienen solle.

QAnon-Anhänger vermehrt in der Republikanischen Partei

QAnon-Symbole wurden in den vergangenen Jahren von Anhängern immer wieder bei Auftritten von Trump in die Kamera gehalten. Unterstützer der Theorien sind inzwischen auch verstärkt in der Republikanischen Partei aktiv.

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen
Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Twitter erklärte, mit QAnon verbundene Inhalte sollen nicht mehr in Trends und Empfehlungen auftauchen und Weblinks beim Hochladen blockiert werden. Facebook hatte im Mai 20 Accounts und fünf Seiten entfernt, die QAnon zugerechnet werden. Zur Begründung hieß es, sie hätten gegen das Verbot „nicht-authentischen Verhaltens“ bei dem Online-Netzwerk verstoßen.

Verschwörungstheorien machen aber nicht nur in den Vereinigten Staaten die Runde. In Deutschland machten zuletzt unter anderem Vegan-Koch Attila Hildmann und der Rapper Sido krude Aussagen. So spekuliert auch Sido über Kinderblut und „mächtige Leute“.

Mehr zum Thema: Drosten über Verschwörungstheorien zu Corona: „Finger davon lassen“

(yah/dpa)