US-Präsidentschaftskandidatur

US-Vorwahlen: Bernie Sanders muss in Michigan punkten

US-Super-Dienstag: Rückenwind für Biden durch Ex-Bewerber

Am "Super-Dienstag" halten die US-Demokraten Vorwahlen in 14 Bundesstaaten ab. Der linksgerichtete Senator Bernie Sanders gilt als Favorit. Sein stärkster Rivale ist Ex-Vizepräsident Joe Biden, der dem moderaten Flügel zugerechnet wird.

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Joe Biden hat im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten aufgeholt. Nun muss Konkurrent Bernie Sanders nachziehen.

Washington. Da waren es schon fünf. Fünf ehemalige demokratische Präsidentschaftsbewerber/-innen, die den moderaten Vertreter in ihren Reihen, Joe Biden, offiziell auf seinem Weg zur Kandidatur gegen Donald Trump unterstützen: Pete Buttigieg, Amy Klobuchar, Kamala Harris, Cory Booker und Beto O’Rourke.

Bernie Sanders, sein links-progressiver Widersacher, hat bisher kein einziges vergleichbares „endorsement” bekommen. Am Dienstag, beim nächsten Schwung von Vorwahlen, die in Washington State, Missouri, Idaho, Mississippi, North Dakota und Michigan stattfinden, wird sich zeigen, ob die Wahlempfehlungen der Ex-Kollegen den Trend bestätigen.

US-Vorwahlen: Meinungsforscher sehen Joe Biden vorne

Der zeigt für Biden seit seinem sensationellen Comeback beim „Super Tuesday“ am 3. März mit Siegen in zehn von 14 Bundesstaaten, stramm nach oben. Der 77-Jährige hat das Etikett des Wackel-Kandidaten abgestreift, der ohne Konzept, Geld und Mannschaft durch den Wahlkampf irrlichtert und vorwiegend von seiner Reputation als Obamas Vize-Präsident zehrt.

Meinungsforscher sehen Biden nach Auswertung der jüngsten Erfolge favorisiert, um bis zum Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli in Milwaukee/Wisconsin die nötigen 1991 Delegierten hinter sich zu versammeln. Derzeit verfügt Biden über rund 660, Sanders über rund 570 Stimmen. Die Zahlen sind noch nicht fix, weil die Auszählung in Kalifornien noch andauert.

So wird in den USA gewählt
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Sanders und Biden kämpfen am Dienstag um 352 Delegierte

An diesem „Mini”-Super Tuesday geht es um insgesamt 352 Delegierte. Hauptpreis ist der Industriestaat Michigan mit 125 Stimmen. Hier genießt Biden immer noch unter der arbeitenden Bevölkerung hohes Ansehen, weil er nach der Finanzkrise 2008 die existenzsichernden Staatsdarlehen für die General Motors, Chrysler und andere Auto-Riesen gesteuert hat.

Sanders wiederum hatte bei seiner ersten Bewerbung 2016 im Duell gegen Hillary Clinton in Michigan einen Überraschungserfolg gelandet. Daran wird der 78-Jährige heute gemessen. Geht der für radikale Veränderungen in der Sozial- und Wirtschaftsstruktur eintretende Senator aus Vermont in Michigan unter, so die politische Erzählung in Washington, verfestigte sich sein Verlierer-Image und ließe Biden auf der Jagd nach Delegiertenstimmen enteilen.

Sanders sagte Auftritt in Mississippi ab, um sich auf Michigan zu konzentrieren

Sanders hat das in Umfragen gut dokumentierte Risiko früh gesehen. Am Wochenende sagte er einen Auftritt im Südstaat Mississippi ab, wo Biden bei der dort zahlenmäßig relevanten schwarzen Bevölkerung ohnehin im Vorteil ist, und verstärkte seine Präsenz in Michigan. Sanders muss heute unter Beweis stellen, dass sein Anspruch, als einziger Kandidat die demokratische Wählerschaft ausweiten zu können, nicht nur Gerede ist. Bisher hat hier nur Joe Biden geglänzt.

Dabei sah es anfangs für den Vize-Präsidenten Biden nicht so gut aus. Bernie Sanders lag anfangs vorne, für Biden sah es bereits so aus, als wäre er aus dem Rennen. Allerdings holte er beim „Super Tuesday“ auf und gilt seitdem als Favorit der Demokraten.