Rechtsextremismus

„Sieg Heil“-Rufe über Aachener Polizeifunk – vor Synagoge

Ermittlungen gegen zwei Aachener Polizisten: Sie saßen in ihrem Polizeiauto vor einer Synagoge, als rechtsextreme Ausrufe zu hören waren.

Ermittlungen gegen zwei Aachener Polizisten: Sie saßen in ihrem Polizeiauto vor einer Synagoge, als rechtsextreme Ausrufe zu hören waren.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Zwei Polizisten sollen über Funk rechtsextreme Inhalte verbreitet haben. Sie saßen dabei in ihrem Einsatzwagen vor einer Synagoge.

Aachen. Die Polizei Aachen hat gegen zwei Beamte disziplinarrechtliche sowie strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Den beiden Polizisten wird vorgeworfen am Donnerstag in einem Streifenwagen gesessen zu haben, aus dem „Sieg Heil“-Ausrufe im Polizeifunk verbreitet wurden – während der Wagen zum Schutz vor einer Synagoge stand. Das teilte die Behörde am Freitag mit.

Die über den Polizeifunk verbreiteten rechtsextremen Ausrufe stammen den Angaben zufolge aus der neuen Amazon-Streamingserie „Hunters“, in der es um selbst ernannte Nazijäger in den USA geht. Sie seien im Funk am Donnerstag einem anderen Polizisten aufgefallen, der den Vorfall gemeldet habe.

„Sieg Heil“-Ausruf im Polizeifunk war angeblich technischer Fehler

Laut der Polizeibehörde ist ein technischer Fehler der Grund für die Übertragung. Angeblich soll die Taste des Funkgerätes nicht absichtlich gedrückt worden sein, wie eine Polizeisprecherin am Freitagabend zum Ermittlungsstand sagte.

Allerdings seien bei der Auswertung der privaten Handys der Beamten auf einem Telefon zweifelhafte Bilddateien gefunden worden, deren strafrechtliche Relevanz von der Aachener Staatsanwaltschaft geprüft werde. Unklar sei, ob die Dateien verbreitet oder empfangen wurden.

Beide Polizisten dürfen aktuell nicht mehr ihren Dienst ausüben. Die Ermittlungen werden aus Gründen der Neutralität im Polizeipräsidium Mönchengladbach geführt. (dpa/jha)

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