Sozialdemokratie

Finnland: 34-jährige wird neue Ministerpräsidentin

Sanna Marin, ging als strahlende Siegerin aus dem parteiinternen Rennen bei den  Sozialdemokraten hervor. Sie soll Finnlands künftige Regierungschefin werden - mit  34 Jahren.

Sanna Marin, ging als strahlende Siegerin aus dem parteiinternen Rennen bei den Sozialdemokraten hervor. Sie soll Finnlands künftige Regierungschefin werden - mit 34 Jahren.

Foto: Vesa Moilanen / dpa

Eine Frischzellenkur für Finnland: Sanna Marin soll Ministerpräsidentin werden. Ein Superlativ ist ihr bei Amtsantritt schon sicher.

Berlin. Wenn alles gut geht, wird Sanna Marin am Dienstag zur Ministerpräsidentin Finnlands gewählt. Sanna wer? Die Finnin ist außerhalb ihres Landes ein unbeschriebenes Blatt, aber sie muss sich deshalb nicht als Papiertigerin herausstellen.

Ein Superlativ ist ihr bei Amtsantritt jedenfalls schon sicher: Die Sozialdemokratin wäre die jüngste Person aller Zeiten an der Spitze der Regierung in Helsinki. Denn Marin ist nur 34 Jahre alt. Fragen zu ihrem Alter kontert die Politikerin gelassen: „Ich habe nie über mein Alter oder mein Geschlecht nachgedacht; ich denke an die Gründe, die mich in die Politik gebracht haben.“

Marins rasanter Aufstieg ist kein Randereignis für Europa

Die Marksteine ihres Aufstiegs: Seit fünf Jahren ist sie Vizechefin der sozialdemokratischen Partei, seit 2015 im Parlament, seit diesem Sommer Ministerin für Verkehr und Kommunikation. Marin hatte sich in ihrer Partei knapp gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und war angetreten mit dem Vorsatz, sowohl an der Fünf-Parteien-Koalition – ein Bündnis aus Sozialdemokraten, Liberalkonservativen, Zentristen, Grünen und Linken – als auch am Regierungsprogramm festzuhalten. Die Koalitionspartner haben signalisiert, am Kabinett festzuhalten. Marins Bestätigung durch das Parlament dürfte also nur Formsache sein. Der Wechsel ist kein Randereignis – schon weil das skandinavische Land den Vorsitz im Rat der EU innehält.erster sieg für finnische sozialdemokraten seit 20 jahren

Sie will jetzt Vertrauen zurückgewinnen

In der letzten Woche war der bisherige Regierungschef Antti Rinne zurückgetreten. Die Zentrumspartei, größter Juniorpartner der Koalition, entzog ihm nach langem Streit über eine Postreform das Vertrauen und drohte, aus der erst im Juni gebildeten Regierung auszusteigen. Daraufhin drückten die Sozialdemokraten auf den Reset-Knopf. Zum Neustart mahnte Marin, „wir haben ein gemeinsames Regierungsprogramm, dem wir uns verpflichtet haben. Wir haben viel Arbeit vor uns, um Vertrauen zurückzugewinnen“. Im April hatten die Sozialdemokraten die Wahl gewonnen. Maris Amtsvorgänger war der erste sozialdemokratische Ministerpräsident in Finnland seit 20 Jahren.

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