Flugtechnik

Eurofighter-Absturz: So funktioniert ein Schleudersitz

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Zwei Piloten sind bei einem Unfall mit einem Schleudersitz aus Eurofightern ausgestiegen. Wir klären nun die wichtigsten Fragen dazu.

Berlin. Bei dem Absturz zweier Kampfjets des Typs Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern sollen die zwei Piloten mit ihren Schleudersitzen ausgestiegen sein. Einer der Piloten wurde dann auch lebend in seinem Sitz in einer Baumkrone gefunden. Doch wie funktioniert eigentlich der Ausstieg mit einem Schleudersitz?

Ein Schleudersitz soll gewährleisten, dass Piloten militärischer Flugzeuge und Hubschrauber innerhalb kürzester Zeit aus dem Cockpit katapultiert werden, bevor sie anschließend an einem Fallschirm sicher zu Boden gleiten können. Bei modernen Jets wird das vor allem durch deren hohe Geschwindigkeit erschwert.

Die ersten Schleudersitze wurden von Flugzeugbauern während des zweiten Weltkriegs eingesetzt – seitdem hat man sie fortwährend weiterentwickelt. Löst ein Pilot den Schleudersitz-Mechanismus aus, wird zunächst das Dach oder die Scheibe über dem Cockpit abgesprengt – bei Hubschraubern werden die Rotorblätter zuvor ebenfalls abgesprengt, damit sie die Besatzung nicht gefährden.

Zwei Eurofighter über Norddeutschland abgestürzt

Eurofighter: Schleudersitz hat auch ein Rettungsfloß

Anschließend startet ein mehrstufiger Prozess, der den Pilot mitsamt seines Sitzes aus dem Cockpit und in sichere Entfernung zum Flugzeug schießt. Je nach Geschwindigkeit und Flughöhe löst automatisch ein Fallschirm aus, der Pilot wird währenddessen über seine Maske weiterhin mit Sauerstoff versorgt.

Im Verlauf des Sinkflugs trennt sich der Pilot vom Schleudersitz und sinkt an einem eigenen Fallschirm zu Boden. Das im Eurofighter verbaute Schleudersitzsystem Mk 16A verfügt laut Hersteller Martin-Baker darüber hinaus etwa auch über ein Rettungsfloß, das sich automatisch aufbläst, sollte der Pilot im Wasser landen. Der Schleudersitz kann laut Hersteller in einer Höhe zwischen 0 und 50.000 Fuß (15250 Meter) ausgelöst werden, das Flugzeug darf dabei bis zu 600 Knoten (1080 km/h) schnell fliegen.

Nach dem zwei Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt sind, in beiden Fällen der Schleudersitz ausgelöst worden. (jnm)